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Game: | Advanced Squad Leader |
| HFC report # | ASL 02 | |
| Scenario: | ASL# 8: "The Fugitives" (BV) | |
| Game Type: | FTF | |
| Player #1 (Russian): | Andreas Ludwig (HFC), AREA ID# AL008 | |
| Player #2 (German): | Denny Koch (HFC), AREA ID# DK003 | |
| Reporter: | Andreas Ludwig | |
| Game End: | 19. September 2004 | |
| Gewinner: | Rußland | |
| AREA rated: | Yes | |
Einleitung:
Im Zuge unserer Beyond Valor Games, spielten wir dieses mal "The Fugitives", wobei Denny per Los die Deutschen übernahm und ich die Russen zugeteilt bekam.
Der historische Hintergrund des Szenarios ist der Kampf um die Reichshauptstadt Berlin und besonders der Ausbruchsversuch von Resten der Panzer Division Muencheberg. Diese Division war eine der letzten verteidigenden Einheiten in Berlin und im Zuge der sich entwickelnden Kämpfe wurde deutlich, daß die Stellungen gegen die Russen nicht gehalten werden konnten. Deswegen entschied sich die Muencheberg Division, nach Westen durchzubrechen, um dort die Kapitulation gegenüber den Westalliierten aussprechen zu können, anstatt sich den Russen zu ergeben. Ausgangspunkt für diese Operation ist der Berliner Tiergarten am frühen Morgen des 3. Mai 1945, von wo aus sich die verbleibenden Truppenteile unter Ausnutzung der Morgendämmerung nach Westen absetzen wollten. Ziel war es, die Havel bei Spandau über die dort noch intakt gebliebenen Brücken zu überqueren, zumal die Führung der Panzer Divison davon ausging, daß diese Havelübergänge im Westen Berlins nur leichte russische Verteidigungstellungen besaßen.
Es ist früher Morgen, als sich die deutschen Einheiten in Marsch setzen..
Deutsche Ausgangslage:
Der deutsche Spieler hat in diesem Szenario 18 Squads, 8 Leader (darunter einige sehr starke wie 9-1, 9-2, 8-1), einige LMGs und MMGs, sowie 3 Opel Blitz Lastwagen, 2 Armored Cars (SPW251/1), ein Sturmgeschütz (StuG IIIG) und einen Panzerwagen (PSW 222(L)). Er muß seine in drei Gruppen vom Szenario vorgegebenen Einsatzkräfte vor dem Start des Spiels einer von drei Zugangstraßen zuweisen, über die er das Board dann betritt. Das bedeutet, das er nicht mehr auf die sich entwickelnde Situation auf Board 20 reagieren kann, sondern in dieser Initialentscheidung zumindest, was den Eintritt ins Geschehen betrifft, festgelegt ist. Zu seinem Vorteil sind die ersten 4 Turns als morgendliche Dämmerung für einen Vorstoß gut geeignet, da alle Angriffe einen +1 TEM bekommen, was auch den Open Ground Malus beim Movement negiert. Dem Zustand des Endkampfes angepasst, gilt für ihn Ammo Shortage und die Straße ist durch fliehende Zivilisten verstopft, so daß Inf Einheiten den Road Bonus gar nicht nutzen können und Vehicles jeweils den doppelten Wert an MPs auf der Straße verbrauchen als sonst üblich.
Russische Ausgangslage:
Dem Russen stellt sich das Problem, daß er relativ wenige Einheiten hat, mit denen er aber sehr viel Gelände abdecken muß. Er hat anfangs nur 12 Squads, 3 Leader (8-1, 8-0 und 7-0) 2 LMGs, 1 MMG und ein HMG, sowie eine AT Gun (57LL). Aufgeteilt sind seine Einsatzkräfte in zwei Gruppen, von denen die kleinere auf Board 20 aufsetzen muß, die größere auf Board 23 und dort östlich der Havel, sprich am unteren Ende der Karte. Diese dürfen sich bis Turn 3, oder bis eine deutsche Einheit Board 23 betritt ( je nachdem, was früher eintritt) nicht bewegen, was die Möglichkeiten etwas einschränkt, bereits im Voraus auf die deutschen Bewegungen zu reagieren. Weiterhin darf der Russe kein Boresighting machen, jedoch 2 Squads plus Leader/SW HIP aufstellen. Bevor das Szenario beginnt, wählt der russische Spieler 6 Gebäude aus (die mindestens 1 Stockwerk mehr als nur Ground Level haben) und positioniert dort nach Wunsch Rubble Marker. Danach würfelt er reihum für diese Marker, bis sich 2 weitere Rubble Marker nach Vorgaben der SSR gebildet haben. Dies zeigt die Zerstörung der Stadt an und ist natürlich, da per Zufall entschieden, immer wieder eine Variable in diesem Szenario. Bei meinem Auswürfeln entstanden Rubble Marker auf einer strategisch wichtigen Brücke (20 U9), die damit erstmal für Fahrzeuge nicht mehr so ohne weiteres passierbar war, sowie auf einer Straße (20U1).
Set Up:
Meine Überlegungen waren, daß es quasi unmöglich sein würde, all das Gelände, das dem Deutschen für seinen Vormarsch zur Verfügung stand, wirkungsvoll kontrollieren zu können und sich Sieg oder Niederlage am Halten der Brücken, über die der Deutsche die Havel überqueren mußte, entscheiden würde. Ich entschied mich also dafür, daß ich jeweils den Südteil der Karten stellungsmäßig ausbauen würde, wobei die Entscheidung dadurch erleichtert wurde, daß die Rubble Marker zwei Hindernisse auf den Straßen nach Norden bildeten. Das würde zumindest die Stoßrichtung der Fahrzeuge des deutschen nach Süden sehr wahrscheinlich machen. Um ihm diese Entscheidung noch etwas leichter zu machen, setzte ich 2 concealte Squads, sowie zwei Dummie-Stacks (der Russe bekommt 6 OOB Concealment Counter) in den Norden von Board 20 und die anderen Einheiten für Board 20 recht verstreut im Süden auf. Ein Squad nebst MMG und dem 8-1 Leader verschanzte sich HIP in einem Holzhaus (20C3), welches eine gute Position bot, eine der Straßen kontrollieren zu können, über die ich den Vorstoß der Deutschen erwartete. Der Süden erschien somit relativ offen für den Deutschen.
Auf Board 23 nahm ich entsprechend Aufstellung, d.h. die nördlichste Brücke war nur durch 2 Squads gesichert, die rechts und links in einem Holzhaus, resp. hinter einer Hecke Stellung bezogen, da ich hoffte, den Angriff nach Süden ablenken zu können. Die Gun brachte ich in einem Steinhaus in Position (CA nach N7/N8), so daß sie die Straße, die östlich der Havel vorbeiläuft, zu einem großen Teil im Visier hatte. Sollte ein Durchbruch im Süden gelingen, würde sie auch einen Teil der westlichen Hälfte noch kontrollieren können. Das Problem in dieser Situation ist einfach, daß eine Gun nicht immer voll zur Geltung kommt in einem City-Fight, da die LOS entsprechend eingeschränkt ist. Es galt, das beste aus der Situation zu machen, zumal ich keine anderen Waffen gegen die AFVs hatte. Die mittlere Brücke (23P7) war dabei am stärksten bewacht, die beiden südlichen Brücken nur durch ein paar Squads, sowie dem HIP aufgesetzten HMG Stand (458+HMG+8-0) in einem günstig gelegenen Holzhaus (23EE7). Diese Einheiten hatten Blick auf eine Ansammlung von Gebäuden, bei denen ich davon ausging, daß sie mit zur gewählten Route des Deutschen gehören würde. Die Häuser boten Deckung und erlaubten sowohl Infanterie und auch Fahrzeugen einen passierbaren Weg. Das Set Up setzte ganz klar darauf, daß ich als Russe dem Deutschen nach Süden lotsen konnte, wo meine stärksten Stellungen lagen, weil ein Durchbruch über den Norden sehr schwer aufzuhalten gewesen wäre - ich mußte mich entscheiden, da ich nicht alle Brücken gleich verteidigen konnte.
Die Spannung stieg, als die erste Gruppe des Feindes in Sicht kam...
Turn
1:.
Der erste Turn begann mit der Movement Phase des Deutschen, der seine erste Einsatzgruppe auf Brett 20 brachte und zwar wie erwartet über die Straße in der Mitte des Brettes (20Q10). Dabei übernahmen die AFVs die Vorhut und eine Gruppe von Infanterie bewegte sich im Schutz eines AFVs (Armoured Assault) langsam auf der Straße vorwärts. Zum Schluß rückte die Hauptstreitmacht der Infanterie nach und bewegte sich relativ großflächig nach Osten. Eine endgültige Stoßrichtung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar erkennbar.
Mir als russischem Spieler war daran gelegen, solange es ging, den Fog of War aufrecht zu erhalten, d.h. nicht zu früh die Position und Stärke meiner Verteidigungsstellungen auf Brett 20 preiszugeben, da diese Unsicherheit auf Seiten des Deutschen natürlich einer meiner Vorteile war, die ich lange auszunutzen gedachte. Defensive Fire erfolgte deswegen keines, ich wollte erst abwarten und schauen, wie sich das Vorgehen des Feindes entwickeln würde. Entsprechend gab es auch keine Angriffe in der deutschen AFPh und abschließend gingen die Deutschen in der APh weiter in westlicher Richtung vor.
Als ich an der Reihe war, blieb der Russe völlig still und es gab weder Kämpfe noch Bewegungen irgendeiner Art...wir warteten, was weiter geschehen würde.
Turn 2:
Auch der Deutsche vermied es, durch Angriffe in der PFPh sein Movement zu verlangsamen und ging weiter vor. Während der Armoured Assault im nördlichen Bereich weiterging, dashten einige Infanteristen über die Straßen zwischen den Häusern, um möglichst wenig Ziele zu bieten. Ein Fahrzeug mit einem Passagier fuhr derweil auf der südlichen Straße (20J6 - 20D3 - 20H1) alleine vor, was ziemlich eindeutig eine Erkundungsfahrt war, um evtl. HIP Einheiten zum Handeln zu provozieren. In der Tat kam dieser Wagen auch adjacent an meinem MMG Stand (20C3) vorbei, der allerdings gemäß seinen Befehlen in Deckung blieb. Dies schien den Deutschen beruhigt zu haben, denn er fuhr nun südlich mit seiner nächsten Gruppe in das Einsatzgebiet und schickte einen Truck, vollbesetzt mit mehreren Soldaten diese gerade erkundete Straße entlang. Ich wartete, bis er an meinem MMG Stand vorbei war und in die neue Richtung einbog (20E3) und eröffnete dann aus dem Hinterhalt das Feuer auf ihn! Die geballte Feuerkraft meines Squads und des MMGs zerstörte den LKW, zersiebte die Plane des Trucks und tötete alle Passagiere inklusive einem Leader, der diese Truppe begleitete. Ein deutsches MMG blieb ihm Wrack liegen, was es für uns leider nutzlos machte. Diese Stellung nun umgehend fuhr ein weiterer Truck mit einem Squad als Passagier über die andere Abzweigung (20K6 -20L2) nach Westen, kam dabei aber an einem russischen Squad vorbei, das in einem der Steingebäude Stellung bezogen hatte (20M4). Ein Point Blank Fire Angriff zerstörte diesen Truck ebenfalls und auch das Squad kam aus dieser Situation nicht mehr lebend heraus. Dieses erste Defensive Fire konnte ich demnach als sehr effektiv für mich verbuchen...Der Rest der deutschen Infanterie rückte weiter auf breiter Front nach Westen vor, dabei jeden Schutz gut ausnutzend. Advance Fire unterblieb und auch in der APh ging der Vormarsch weiter. An dieser Stelle machte sich etwas Unmut bei Denny breit, die den Nutzen der Trucks (die wir in diesem Szenario zum ersten Mal überhaupt verwendeten) nicht sah, da diese viel zu leicht verwundbar waren. Meines Erachtens sind Trucks in der Tat besser hinter der Kampflinie einzusetzen, um Truppen relativ schnell an die Front zu schaffen. Mit ihren hohen MPs (28 in diesem Fall) und der Möglichkeit viele Einheiten zu transportieren (21 PP) ergibt sich ein enormer Zeitgewinn. Im Kampf, das hatte sich in der Tat gezeigt, sind sie sehr leicht auszuschalten, auch mit Small Arms Fire.
Als der Russe wieder dran war, verzichtete ich auf jegliches weitere Feuer und zog stattdessen ein Squad, das sich in Gefahr befand, von den vorrückenden Deutschen eingekesselt zu werden, zurück in Richtung Brett 23, da ich mir nicht erlauben konnte, auch nur eine Einheit zu verlieren. Deutsches Abfangfeuer, das diese Aktionen unterbinden wollte, blieb jedoch ohne Effekt. Ich überlegte, ob ich das Squad mit dem LMG, das ich auf Level 1 des Steingebäudes (20Q2) gegenüber der Depression (20Q4) in Stellung gebracht hatte, ebenfalls zurückziehen sollte, entschied mich dann aber noch zu warten, da es sein konnte, das die Depression doch noch von nachrückenden Truppen als Deckung benutzt werden würde. Das galt es auf jeden Fall zu unterbinden. Das dieses Squad den Deutschen störte, erkannte ich sehr bald, als ein Panzer das Gebäude mit Granaten eindeckte, was aber ohne Folgen blieb - zumindest in diesem Turn...
Turn 3:
Zu Beginn des dritten Turns wurde mir klar, daß ich einen Fehler gemacht hatte, das erwähnte Squad nicht in der APh von Level 1 auf Ground Level zu bewegen, um der Acquisition zu entgehen. Der Panzer feuerte in der PFPh erneut auf diese Einheit, hielt ROF und feuerte erneut, was letztlich zu einem 3MC führte, was mein Squad sowohl "brach" als auch ELR Failure wirksam werden ließ. Diese Aktion des deutschen Panzers weckte jedoch glücklicherweise meinen Sniper, der in den Häusern auf der Lauer lag und er erzielte zumindest einen PIN Result bei einem HS. Der Panzer feuerte erneut, was jedoch außer einem Low Ammo Effekt auf seiner Seite zu keinem weiteren Schaden führte.
Danach betrat die letzte deutsche Einsatzgruppe das Brett und zwar wieder über die mittlere Straße (20Q10), was nun deutlich machte, daß ein massiver Vorstoß durch die Mitte geplant war, da der Deutsche sich wohl die lange Hecke auf Brett 23 als ideale Ausgangspostion für einen Vorstoß über die Havel ausgesucht hatte. Es war von der Set Up Information her klar, daß dort keine russischen Einheiten stehen konnten, was den taktischen Nutzen dieser Hecke weiter erhöhte, da Beschuß von außen nur maximal ein Hex hinter der Hecke Schaden anrichten konnte. Denny hatte also guten Grund anzunehmen, daß sie relativ ungehindert die Hecke würde erreichen können, wenn sie etwaige Feindaktivitäten auf Brett 20 überstehen könnte. Während sich die letzten Infanteristen wieder mit Armoured Assault über die überfüllte Straße (das Element der fliehenden Zivilisten machte in der Tat das Vorwärtskommen der AFVs schwierig) nach Westen schoben, versuchten einige deutsche Squads nebst Leader das große Steingebäude im Süden der Karte (20D6) für eine Flankenbewegung zu nutzen, um dann vielleicht meinen MMG Stand, der weiterhin die gesamte südliche Hälfte des Gebietes kontrollierte, zu neutralisieren. Er feuerte auf verschiedene Feindbewegungen, erzielte aber keinen Effekt.
Ein weiterer Truck, der unbeschadet vorwärtsgekommen war, stoppte kurz, entlud seine Passagiere und fuhr dann weiter auf Brett 23, um wohl wieder als Scout zu fungieren. Die APh sah weitere Vorwärtsbewegungen und die Einnahme günstiger Positionen auf deutscher Seite, die jetzt langsam durch die Massierung der Kräfte und ihrer hohen Feuerkraft gefährlich wurden. Mir war klar, daß ich die vereinzelten russischen Verteidigungstellungen bald würde verlassen müssen, da ich einem konzentrierten Angriff nicht lange würde standhalten können.
Für den Russen hieß es nach einem erfolglosen MMC Self-Rally Attempt, erstmal Rückzug. Alle Einheiten auf Brett 20 machten sich nun daran, ihre Stellungen zu verlassen und eine zweite Verteidigungslinie nahe an oder auf Board 23 einzunehmen. Meine Dummies im Norden von Brett 20 machten diese Manöver mit und zwar so, daß sie ihr Concealment nicht verloren, was weiterhin den Eindruck erweckte, als wäre der Norden stark befestigt. Ein deutsches Squad feuerte eine Panzerfaust auf meine LMG Stellung in besagtem Steingebäude ab und erzielte einen Treffer der zu Casualty Reduction führte, wobei mir klar war, daß diese Einheit wohl aus dem Spiel sein würde. Am Ende konnte ich meinen MMG Trupp wieder concealen, was ihn natürlich wieder in seinem Bedrohungspotential erhöhte, da ich ihn in der in der nächsten APh ungefährdet wieder in eine gute Position bringen könnte, feindliches Feuer aber nur als area fire möglich war. Soweit konnte ich ganz zufrieden sein mit dem bisherigen Verlauf, wenn auch die schiere Masse an deutschen Einheiten mir langsam Sorgen bereitete, weil ich nicht wirklich wußte, wie ich ihren konzentrierten Vorstoß stoppen sollte.
Turn 4:
Weder die RPh noch die PFPh sahen auf Seiten der Deutschen irgendwelche Aktionen und es ging sofort weiter mit dem Vormarsch der feindlichen Truppen. Der Truck, der sich bereits auf Brett 23 vorgeschoben hatte, fuhr nun weiter bis an den Westrand, wo er mangels weiterer MPs verharren mußte. Ich sah keine Veranlassung, meine Verteidigungsstärke nur wegen eines Trucks preiszugeben und fand mich damit ab, daß er das Brett würde verlassen können, was dem Deutschen die ersten VPs bringen würde. Ein AFV (SPW 251/1) jedoch schaffte den Durchbruch und verschwand im Westen, aber auch hier sah ich keinen Nutzen, mich provozieren zu lassen. Der Sieg, das war mir klar, würde sich bei den deutschen Infanteristen entscheiden. In der Mitte des Kampfgebietes sah man die verbleibenden AFVs über Open Ground in Richtung der langen Hecke (23L1 - 23X1) vorstoßen, wobei ein AFV sich noch als Nachzügler im Norden von Brett 20 bewegte. Er wurde jedoch durch die dort aufgestellten Dummy Stacks erfolgreich getäuscht und wollte eine mögliche Street Fighting Situation vermeiden. Also machte er kehrt und fuhr ebenfalls auf die besagte Hecke zu. Zum Schluß der deutschen MPh gab es eine massive Vorwärtsbewegung von Infanterie, die alle durch Double Time möglichst schnell hinter den vorausfahrenden AFVs aufschließen wollten. Weiteres Feuer in der AFPh entfiel, ein russisches HS, das es nicht mehr geschafft hatte, sich der Umzingelung zu entziehen, ergab sich den heranrückenden deutschen Truppen und wurde entsprechend entwaffnet und unter Bewachung gestellt dem weiteren Vorgehen der Deutschen eingegliedert. Zum Schluß gab es in der APh nochmals einen Geländegewinn nebst günstiger Positionierung der Deutschen, was zusammen mit den ersten VPs für die Gegenseite, sowie den Prisoners einen durchaus erfolgreichen Turn für den Feind ergab.
Auf unserer Seite gab es kleinere Angriffe, die jedoch alle keinen großen Effekt erzielten, sowie dann eine weitere notwendige Umgruppierung in der Verteidigungslinie. Ich zog die meisten Einheiten von der nördlichen Havelbrücke (23H4) ab und verlegte sie in Richtung der mittleren Brücke (23P7), wo ich den Hauptangriffspunkt erwartete. Der Russe hat in diesem Szenerio einfach nicht genügend Einheiten, um alles immer besetzt halten zu können, sondern ist gezwungen, sich dem Spiel des Deutschen anzupassen, der hier eindeutig die Initiative hat und eine ganze Weile auch behält und das Spiel entsprechend diktiert.
Turn 5:
Der fünfte Turn begann mit einigen PF Attempts auf deutscher Seite, da Denny damit meinen MMG Stand unschädlich machen wollte, die jedoch nicht klappten. Stattdessen bildeten einige deutsche Squads eine Firegroup und beschossen den MMG Trupp: die Würfel waren ihnen jedoch nicht gewogen: Boxcars! Wegen Ammo Shortage in Effekt, wurde 1 Squad reduced, was dem Russen natürlich nur recht sein konnte. In der anschließenden MPh fuhr der Truck am Westrand von Brett 23 wie erwartet raus. Als nächstes krachten drei AFVs über die besagte Hecke, nachdem sie wo möglich BU gegangen waren und vollführten damit den ersten Durchbruchsversuch auf die östliche Seite der Havel. Meine Gun, die im Steinhaus verborgen war, visierte einen AFV an und feuerte mit APCR....kein Hit, keine ROF, keine APCR mehr! Die Crew lud nach mit normaler AP Munition, feuerte erneut, wieder ohne Erfolg, wieder keine ROF. Erneutes Nachladen und Intensive Fire...eine 11, was zum Ausfall der Gun führte! Das durfte natürlich nicht passieren, weil ich gegen die AFVs quasi nur die Gun hatte. Das Ergebnis dieses Gun Angriffs erfreute Denny natürlich ungemein, weil sie sah, daß ich nun die AFVs nicht mehr großartig an ihrem Vordringen würde hindern können, was diese in ihrer Gefährlichkeit extrem verschärfte. Anschließend stürmte die Infanterie über die Hecke und nahm günstige Positionen gegenüber der Havel ein. Ein deutscher Leader versuchte einen besseren Platz zu erwischen, wurde dabei aber von meinem MMG Trupp niedergemacht, was ebenfalls wieder ein wichtiger Punkt für uns war. Als ich sah, daß die Guards, die die russischen Gefangenen bewachten ebenfalls losliefen, gab ich Befehl auf diesen Trupp zu schießen, da ich es mir nicht erlauben konnte, das die Deutschen diese VPs auch noch kassierten. In unserer Situation war Surrender sowieso Hochverrat und darauf stand Exekution. Leider war der Angriff nicht effektiv. [Anmerkung: Nach Beendigung des Scenarios zeigte aufmerksames Nachlesen der entsprechenden Regel, daß damit die VPs für den Deutschen nicht verloren gewesen wären. Ein solcher Beschuß von eigenen Einheiten, wenn diese POWs geworden sind, bringt also nichts]. Die APh sah weitere Positionierungen der deutschen Einheiten, die sich verschanzten, um von dort dann wohl den Vorstoß zu planen.
Als ich wieder dran war, war mir klar, alles hing davon ab, daß die Russen die Gun schnellstmöglich wieder einsatzbereit bekamen. Also Gun Repair Attempt....eine 1 (!) - die Gun war wieder im Spiel, was mir einen Seufzer der Erleichterung abrang. Das Gesicht des Deutschen sprach eine andere Sprache...In der PFPh setzte ich die Gun sofort ein, da drei AFVs wie auf einer Schnur aufgereiht auf der östlichen Havelstraße standen, alle mit Rearside zur Gun. Die Crew lud die 57 mm Gun, visierte den ersten AFV an und feuerte - Hit und ROF! Die Granate erwischte den PSW 220/L am Turret und zwar so stark, daß er vernichtet wurde, keine Überlebenden. Die Gun wurde sofort nachgeladen, die Gun kurz justiert (nicht wirklich, alle AFVs lagen ja im CA) und der nächste AFV auf's Korn genommen: ein Hull Hit und erneut ROF! Der Pz 4 fing Feuer und war aus dem Spiel, die Crew kam aus dem brennenden Wrack nicht raus...Erneutes Nachladen und Ausrichten der Gun auf das noch verbliebene deutsche Sturmgeschütz - Feuer! Turret Treffer und wieder ROF - es war unglaublich, was diese Gun Crew leistete, als ob sie sich für den vorangegangenen Breakdown rächen wollten, wo die Deutschen so überheblich an der Gun einfach vorbeifuhren. Das StuG wurde ebenfalls vernichtet, die Crew schaffte hier allerdings den Ausstieg. Die Gun hatte immer noch ROF und der vorher dreist über die mittlere Brücke gefahrene SPW 251/1 stand exakt drei Hexe vor der Gun...nachladen, ausrichten, Feuer! Hit und wieder (!!!) ROF, der AFV wurde ebenfalls völlig vernichtet, keine Überlebenden. Als alles vorbei war, hatte meine Gun Crew sich einen Orden verdient, in einer Feuerphase hatten sie 4 feindliche AFVs vernichtet, was ein schwerer Schlag für den Deutschen war und das Spiel an dieser Stelle wieder mehr als ausglich, ja evtl. völlig kippte. Ich schöpfte auf jeden Fall neue Hoffnung, mich nun der Masse der vorstürmenden Infanterie besser erwehren zu können. Meine Sorge war nämlich, daß die Feuerkraft der AFVs meine Soldaten in ihren Positionen vernichten könnte, so daß ich nichts mehr gehabt hätte, die Deutschen vom Überqueren der Havelbrücken abzuhalten. Nun sah die Sache wieder anders aus. In der MPh kamen die russischen Reinforcements aufs Brett, 628er, kampfstarke Eliteeinheiten, die besonders im Nahkampf enorme Feuerkraft entwickeln konnten und mit ihrer hohen Moral auch nicht so leicht einzuschüchtern wären. Ein hochrangiger Offizier (9-1) begleitete diese Truppe, was mir nur recht sein konnte, da ich einen gewissen Mangel an Führungskräften hatte - im Gegensatz zum Deutschen. Von besonderer Wichtigkeit war jedoch ein T-34, der diese Einheiten begleitete und der mir jetzt beachtliche Offensivkraft bescherte. Ein kurzer Sprint eines russischen Squads wurde mit einem 2 -2 Schuß bestraft und es wurde broken. Sie zogen sich in der RtPh zurück in den Schutz des Steinhauses, aus dem sie gekommen waren, wo bereits ein Leader auf sie wartete. Letztlich konnten die Russen mehr als zufrieden sein mit diesem Turn: wir hatten dem Deutschen einen schweren Schlag verpasst und mit den Reinforcements unsere Verteidigung der wichtigen Brücken weiter ausbauen können.
Turn 6:
In der RPh gab es für den Deutschen nicht viel zu tun, ein russisches Squad, das sich jetzt durch die vorgerückten deutschen Einheiten hinter den feindlichen Linien befand nahm ein verwaistes LMG an sich, das früher dem Squad gehörte, welches die Depression im Blick hatte, aber durch den Panzerangriff aus dieser Position vertrieben worden war und sich dann den Deutschen ergab, die es verabsäumt hatten, die Waffe an sich zu nehmen. In der PFPh blieb alles ruhig, da der Deutsche keine gute LOS auf die Russen hatte, wie ich zufrieden feststellte. In der Folge versuchte Denny ihre Einheiten vor allem durch Assault Moves in bessere Positionen zu bekommen und dabei das wichtige Concealment zu behalten. Die Russen feuerten ab und zu, aber erzielten keine Ergebnisse im DFF, die Gun Crew drehte nun jedoch das Geschütz nach Osten herum, um die deutsche Infanterie jenseits der Havel im Visier zu haben. In der APh rückten einige deutsche Units hinter die Mauer (23J4 - 23N6) und konnten so ebenfalls das Concealment halten, so daß sich hier eine neue Auseinandersetzung mit den Russen auf der anderen flußseite ankündigte.
Die Russen machten in ihrem Turn einen erfolgreichen MMC Self-Rally und machten einen kleineren Angriff in der PFPh, was aber keinen Effekt hatte. Angesichts der großen Feuerkraft, welche die nun besser positionierten deutschen Einheiten jenseits der Havel aufbieten konnten, hielt ich es für besser, die Gun aus dem Haus heraus zu bringen und hinter dasselbe zu verlagern. Damit wäre sie nicht mehr in Gefahr ausgeschaltet zu werden, konnte aber weiter die Brücke unter Beschuß nehmen. Der Gun Push gelang und wir verlegten die Gun hinter das Haus (23M9), wobei die Deutschen über die Havel feuerten, was aber zu keinerlei Schaden führte. Der T-34, der im Süden auf die Karte kam fuhr die Straße entlang, die über eine der südlichen Brücken verläuft (23X3)) - wurde mit einer Panzerfaust angegriffen - ohne Effekt - und versuchte dort die überlebende Crew, die aus dem StuG entkommen war zu überfahren. Leider schafften es die Deutschen sich hinter dem Wrack gut zu verbergen, so daß der zweimalige OVR mißlang. Einige weitere deutsche PF Attempts mißlangen glücklicherweise auch. Eigentlich war es geplant gewesen, mit dem T-34 von Süden her über die Straße östlich der Havel zu fahren und so die deutschen Soldaten in die Zange nehmen zu können. Leider hatte ich übersehen, daß eines der Wracks in Flammen stand, so daß der Panzer dort nicht durchfahren konnte. Ich mußte also umdenken und wollte nun versuchen, mit dem T-34 die südlichen Einheiten der Deutschen zu vernichten.
Turn 7:
Die Rally Phase sah ein deutsches Squad, das sich erfolgreich wieder aufrappelte und in der PFPh bereiteten zwei deutsche Squads Opp Fire vor, was einen ersten direkten Vorstoß sehr wahrscheinlich machte. Es gab einige weitere Angriffe in der PFPh, was zu zwei broken Squads auf russischer Seite führte. Die Crew, die den OVR überstanden hatte, rannte auf einmal los und über die Brücke (23X3), was ein sehr offensichtlicher Versuch war, einige concealte Russen zur Reaktion zu bewegen, die dann durch die Opp Fire Einheiten beschossen worden wären. Allerdings hatte Denny aus irgendeinem Grund den Panzer ausser Acht gelassen, der nun mit seinem CMG die Crew beschoß und pinnte. Damit war diese Crew erstmal aus dem Rennen...zeitgleich versuchten einige deutsche Einheiten auf der nördlichsten Brücke (23H4) einen Durchbruchsversuch, da dort die Verteidigung am schwächsten war. Die dort verschanzten Russen schafften es ein Squad zu brechen, aber ein weiteres konnte die Brücke selbst erfolgreich halten. Es gab noch einige Bewegungen und entsprechendes Abfangfeuer, die Gun etwa eliminierte ein deutsches HS, auf der südlichsten Brücke stießen mehrere Deutsche vor, was jetzt von dem sich enttarnenden HMG Stand (23EE7) vereitelt wurde: ein Casualty Reduction Result, sowie im Zuge der Gefechte ein von meinem russischen Sniper erschossener Leader waren die Folge. Ein LMG auf russischer Seite versagte leider den Dienst und zwei russische Squads ergaben sich den Deutschen am östliche Havelufer. In der APh versuchte der Deutsche weitere Units in Richtung der nun gehaltetenen nördlichen Brücke zu schicken, um dort den Durchbruch zu unterstützen und einen Brückenkopf zu etablieren. Auf russischer Seite mißlang der Versuch, das LMG zu reparieren, das deutsche HS hingegen schaffte den Rally Attempt...Die PFPh auf unserer Seite verlief nicht sehr erfolgreich, wir erzielten einen K/2 result, das war alles. Der T-34 versuchte nun, sich wieder nach Süden drehend, ein deutsches Squad, das sich auf offener Straße befand, im OVR zu vernichten, was von mehreren Panzerfaust Angriffen aus den umgebenden Häusern beantwortet wurde, die aber nicht trafen. Der T-34 bretterte über die Straße und das deutsche Squad ging zu Boden. Im Norden mußte ich einen Dummy Stack enttarnen, der von deutschen Einheiten auf's Korn genommen wurde, aber er hatte seinen Zweck sehr gut erfüllt und die Deutschen bis jetzt verlangsamt und zur Vorsicht gemahnt. Letztlich endete der Turn mit einigen Neupositionierungen auf der russischen Seite, bei der sich auch einige Units wieder concealen konnten, was im Zuge des bevorstehenden weiteren deutschen Vorstoßes enorm wichtig war. Die nächsten Turns würden die Entscheidung bringen.....
Turn 8:
Die RPh blieb für beide Seiten erfolglos, die broken Deutschen waren nicht zum weiteren Kampf zu bewegen und meine Russen schafften es nicht, das LMG zu reparieren...In der PFPh überlegte Denny lange, ob sie es sich überhaupt leisten könne, Einheiten zum Stillstand zu verdammen, durch Angriffe in der PFPh, da jetzt schon klar war, daß sie alle Squads würde rausbringen müssen, um ihre VC erfüllen zu können. Ein HS versuchte dann einen PF Attempt, wurde aber selber pinned dabei. Also kam die MPh dran und so gut wie jede deutsche Unit machte Double Time, um möglichst viel Gelände gewinnen zu können. Überall stießen die Feinde vor, auf der nördlichen Brücke schaffte ein Leader es trotz First Fire, mein Subsequent First Fire konnte ihn auch nicht mehr neutralisieren. Im Zuge des einsetzenden Abwehrfeuers überall wurde auch das HS vernichtet, daß die beiden russischen POWs bewachte, wobei aber auch eine russische POW Unit eliminiert wurde. Ein Squad blieb allerdings als Unarmed Unit im Spiel und stand nun exakt ein Hex vor der nördlichen Brücke auf russischer Seite der Havel. Dort lag allerdings auch sehr effektiv ein Residual Fire Marker von 4, der jeden Vorstoß in der MPh zu einem riskanten Manöver machte: Ein Leader nebst Squad wagte dennoch den Durchbruch, was zu einem 1KIA Result führte - der Leader war tot, das Squad broken...Im Süden rannten zwei Squads über die Brücke und damit voll in das Abwehrfeuer des schweren russischen MGs. Beide Einheiten gingen zu Boden bevor sie noch irgendwo in Deckung gehen konnten. Überall gab es noch verschiedenes Defensive Fire, was hier und da zu Pin Results führte, die aber jetzt in dieser schwierigen Phase des deutschen Vorstoßes ebenfalls sehr gute Ergebnisse waren, da sie die Einheiten vom Advance abhielten. Als die DFPh zu Ende war und Denny überall ihre broken und pinned units sah, wurde ihr klar, das sie verloren hatte. Es gab einfach keine Möglichkeit mehr, genügend Einheiten für den letzten Turn zu mobilisieren und raus zu bringen, immerhin fehlten ihr noch ganze 28 VPs.
Das Spiel war aus, der Russe hatte sehr erfolgreich eine Havelüberquerung verhindert und hatte unter den anstürmenden Feinden enormen Schaden angerichtet, wie es auch historisch der Fall gewesen war, wie der Aftermath des ASL Szenarios formuliert: "(...) the Müncheberg Panzer Division, like so many other units, had ceased to exist."
Fazit:
Nach dem ersten Durchspielen muß ich sagen, ist dies ein sehr spannendes Szenario gewesen. Am Anfang dachte ich durchaus, daß der Russe arg im Nachteil ist, wenn man sich die Masse an deutscher Infanterie ansieht und das starke AFV Aufgebot. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, was gewesen wäre, wenn die Gun die AFVs nicht hätte so erfolgreich ausschalten können. Denny's Kardinalfehler war es natürlich, die kaputte Gun nicht mehr ernst zu nehmen und ihre AFVs sorglos in einer Reihe vor dieser aufzustellen. Sie hätte damit rechnen müssen, daß die Gun irgendwann repariert sein würde und wenn eine Gun im Spiel ist, vor allem eine mit 57 mm Granaten, sind Fahrzeuge auf jeden Fall in Gefahr. Die hohe ROF einer Gun, die in 50% aller Schüsse ein Weiterfeuern erlaubt, ist etwas, was der Deutsche nicht außer Acht lassen darf, wie dieses Szenario eindrucksvoll bewiesen hat. Durch den Ausfall ihrer AFVs hatte sie auch keine Smoke Capability mehr, was aber sehr sinnvoll gewesen wäre, um den Vorstoß über die Brücken unter Cover durchführen zu können. Alle Brücken lagen in scharfem russischem Kreuzfeuer und ein hoher RF Marker kann alleine einen Vorstoß vereiteln.
Das Szenerio ist auf jeden Fall ein Spiel wert und bietet eine enorm spannende Situation für beide Seiten, wenn gleich der Russe am Anfang recht zügige Turns hat, weil er lange versucht, sein HIP und Concealment zu behalten, was ihn in seinen Aktionen anfangs einschränkt. Interessant ist die Frage, wie gefährlich können die deutschen AFVs dem Russen wirklich werden, wenn er sie nicht durch seine Gun stoppen kann. Im Gegensatz zum Deutschen hat der Russe keine AT Waffen am Mann und müßte sich vor Tanks auf jeden Fall zurückziehen.
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