Beyond Valor
Game: Advanced Squad Leader
HFC Report # ASL 03
Scenario: ASL# 9: "To the Square" (BV)
Game Type: FTF
Player #1 (Russian): Andreas Ludwig (HFC), AREA ID# AL008
Player #2 (German): Denny Koch (HFC), AREA ID# DK003
Reporter: Denny Koch
Game End: 3. Oktober 2004
Gewinner: Deutschland
AREA rated: Yes

Zum ersten Mal spielten wir das Szenario "To the Square" aus dem Beyond-Valor-Modul. Wir losten die Seiten aus und so bekam ich die Deutschen und Andreas die Russen.

Situation:

Die Deutschen sind in diesem Szenario in der Verteidigungsposition. Der Russe hat die Aufgabe, entweder Gebäude 20H3 vollständig von Deutschen zu leeren oder 30 Victory Points vom Westrand der Spielfläche zu bringen. Gebäude H3 besaß in diesem Fall ein Level 3-Hex, das einen Kirchturm darstellen sollte.
Historisch gesehen spielte dieses Szenario in Warschau 1945. Die Russen rückten in Richtung Deutschland vor, während die Deutschen sich in eben diesem Kirchturm verschanzt hatten. Zum ersten Mal in Beyond Valor kommt in Szenario 9 Offboard-Artillerie zum Einsatz, in diesem Fall ein 80 mm Mortar.

Die Spielfläche ist extrem groß; sie erstreckt sich über 4 Bretter. Der Russe startet im Osten und hat sowohl zum Kirchturm als auch zum westlichen Spielfeldrand einen sehr weiten Weg durch ausschließlich städtisches Terrain mit zahllosen Häusern, Straßenschluchten und Plätzen sowie einem Friedhof. Das sehr weit verzweigte Straßennetz ist für beide Seiten sowohl Vor- als auch Nachteil. Der Russe ist gezwungen, mit seinen 4 T34-Panzern durch die engen Schluchten zu fahren und das Vorwärtskommen ist für die russischen Einheiten sehr kostspielig.
Zudem hat der Deutsche die Möglichkeit, die Wege des Russen durch Stacheldraht und Rubble etwas zu kanalisieren.

Gleichzeitig stellt sich für den Deutschen das Problem, daß er seine zwei AT Guns nicht optimal platzieren kann, da ihre Sicht durch die engen Straßen und Abzweigungen stets eingeschränkt ist. Ich entschied mich, beide Guns in der Nähe des Kirchtums am Rande des letzten Brettes 20 zu positionieren. So würden sie zwar den Großteil des Spiels überhaupt nicht auftauchen, aber den russischen Kräften, die den Durchbruch schafften, am Ende eine letzte Verteidigungslinie in den Weg stellen, die hoffentlich die nötige Zeit verschafften. Der Russe hatte 10 Turns zur Verfügung, aber allein das Durchzählen der Hexe von West nach Ost zeigte, daß Andreas kaum Zeit hatte, großartig Stellung zu beziehen oder sich auf kleine Scharmützel Haus um Haus einzulassen - wenn er mit jedem Turn nicht mindestens ein paar Kräfte nach vorne brachte, ging ihm am Ende schlicht und einfach die Zeit aus.

Ich hatte freies Setup auf den Brettern 1, 21 und 20 und entschloß mich, gleich auf dem östlichen Brett 1 eine massive Verteidigungslinie zu errichten, um den Russen möglichst lange aufzuhalten und ihn zu zwingen, sich erst um diese Einheiten zu kümmern. Alle Einfahrtsstraßen, über die er vom Brett 8 kommen mußte, befestigte ich offensichtlich mit concealten deutschen Einheiten, zudem legte ich einige der Wire Marker an die äußeren Ringstraßen, um einen Weg vorzugeben. Da ich nur sehr wenige Concealment-Counter hatte, konnte ich mir nur zwei Dummy-Stacks leisten, einen, der die südliche Ringstraße von Brett 1 "bewachte" und einen in einem Steinhaus an einer mittleren Zufahrtsstraße knapp vor Brett 8.

Im mittleren Brett befand sich ein HIP-Stack mit Leader und MMG und mein zweiter HIP-Stack lag auf dem westlichsten Brett 20 in Haus U2, um eine lange Straße abzuschirmen, die sowohl zum Angriff auf den Kirchturm als auch zum Verlassen des Bretts genutzt werden konnte. Mein HMG verschanzte sich in der Kirche selbst, zusammen mit einem weiteren Squad, das das adjacent liegende Seitenhaus der Kirche besetzte. Falls der Russe den weiten Weg wirklich schaffen sollte, mußten diese Einheiten das Haus halten. Das zweite Brett (21) war ansonsten nur spärlich besetzt, so daß es insbesondere den Eindruck erweckte, daß die südliche Hälfte dieses Brettes quasi leer war (vom "gehipten" MMG-Stack einmal abgesehen, das an einer strategisch günstigen Stelle, mit Blick auf eine lange Allee, Position bezogen hatte).
Zu Beginn hatte ich die Möglichkeit, 2x Rubble auf Straßen zu erzeugen was mir an einer guten Stelle direkt auf Brett 1 gelang und so gute Durchfahrtsstaßen blockierte.

Der Russe verfügte über 4 T-34 Panzer mit einer starken Ordnance (85L) und die Off Board-Artillerie. Das Radio platzierte er bei einem Leader auf Brett 8 im oberen Stockwerk der Burg auf dem Level 2-Hill - also auf Level 3-, um eine möglichst gute Rundumsicht zu haben. Allerdings war diese LOS dank der Straßenschluchten nicht ohne Tücke und es zeigte sich, daß trotz allem mehr "blinde Flecken" existierten, als er vermutet hatte.
Der Russe, der nur auf Brett 8 aufstellen durfte, hatte relativ wenig Spielraum für seine Startaufstellung, da ihm ein Fluß im Rücken lag. So verteilte er die 4 Panzer auf die ganze Breite, genauso wie seine Einheiten, so daß keine Richtung oder ein Schwerpunkt für den Vorstoß erkennbar war. Als Russe hatte er 1945 theoretisch 5x die Chance, die Offboard-Artillerie zu rufen.




1. Turn: Rußland

Andreas versuchte in seiner ersten RPh, Radio-Kontakt herzustellen, was auf Anhieb gelang. Beim Festlegen des Zielgebiets der Artillerie stellte er fest, wie eingeschränkt seine LOS tatsächlich war und daß er niemanden sah, der für ihn ein attraktives Ziel bot. Schließlich platzierte er den AR-Marker neben einem meiner concealten MMG-Stacks direkt im Osten an der Grenze zu Brett 8, der seine Einheiten am ungehinderten Betreten der Stadt hinderte. Da ich keine Known Enemy Unit war, war das Ziehen eines Extra-Chits notwendig, doch auch dieses Mal hatte der Russe Glück und konnte schließlich seine Spotting Round in der Nähe des großen Steinhauses W4 auf Brett 1 platzieren, wo er in der Nähe eines meiner 467 Squads lag. Weitergehendes Prep Fire erfolgte aus Zeitmangel und aus Mangel an gut sichtbaren Zielen nicht.

In der MPh begann Andreas ganz im Norden mit dem ersten Panzer mittels Bypass-Movement auf einen meiner concealten MMG-Stacks in einem Steinhaus auf Level 1 zuzufahren und blieb schließlich 2 Hexe vor ihm stehen und machte den Motor aus. Aufgrund der notwendigen Desparation Rule verzichtete ich auf Panzerfaust-Feuer aus dem Haus. Offensichtlich hatte das dreiste Vorgehen des Panzers den Sinn gehabt, mich zum Aufgeben meines Concealments zu verlocken. Ein zweiter Panzer bewegte sich etwas mittiger auf Brett 1 und blieb ebenfalls 2 Hexe von diesem MMG-Stack entfernt stehen. Im Süden versuchten 2 Squads sich an einem Armored Assault und huschten in einen Wald, während der Panzer auf der Straße stehen blieb und sich auf ein in Level 1 stehendes Squad ausrichtete. Ein weiterer Armored Assault kam frontal auf meine Stellung in Haus I7 zu, hier jedoch konnte ich mir das Defensive Fire nicht verkneifen und schoß mit meinem dort stehenden MG, was zu einem Morale Check führte, den der Russe jedoch bestand. Als die Einheiten noch weiter heranrückten, machte ich Subsequent First Fire, was zu einem MC1 führte und eines der Squads brach, während das zweite bestand. Dieses Feuer weckte den russischen Sniper auf, der sich zielgerichtet meinen 8-0 Leader in einem Holzhaus auf Brett 21 aussuchte und ihn verletzte. Das noch intakte russische Squad und der Panzer kamen schließlich adjacent an meine Stellung in I7. Ich verzichtete allerdings auf Final Protective Fire, da mir das Risiko zu diesem Zeitpunkt zu groß schien. Der russische Panzer ließ sich das Bounding Fire nicht nehmen, erzielte aber kein Resultat.
Schließlich erklärte Andreas mit mehreren Einheiten Double Time und bewegte 2 Squads mit einem MG von einem Berg hinunter. Leider übersah er dabei, daß eines meiner Squads der östlichen Verteidigungslinie perfekte LOS dorthin besaß und mußte die Konsequenzen tragen: Ein MC1 brach beide Squads, was bei Andreas zu leichten Hitzewallungen führte - er stellte fest, wie eng der zeitliche Rahmen für ihn gesteckt war und daß er in jedem Turn Einheiten bewegen MUSSTE, um die weite Entfernung bis Spielende überhaupt annähernd überbrücken zu können. Bislang huschte er nur von Deckung zu Deckung, was jedoch - in MF gedacht - viel zu teuer war. Da meine Feuerlinie aber zu gefährlich war, beschränkte er sich für den Rest seiner MPh auf einige Aussault Moves, um langsam seine Front zu konsolidieren.

Im AFPh feuerten beide T-34 auf das MMG-Nest im Norden, dem sie sich auf 2 Hexe genähert hatten, jedoch gab es keinerlei Chance auf einen Treffer, da die Modifier viel zu hoch waren. Allerdings ging es ihm ohnehin nur um die Acquisition. Ein paar Squads feuertenn ebenfalls vergeblich.

In der Rout Phase verzogen sich die drei russischen Opfer, die die erste Runde gekostet hatte, in naheliegende Häuser.

In der APh rückte die ganze russische Front voran in die nächste Häuserzeile, besonders viele stellten sich dabei in das Steinhaus J5.

In diesem Turn hatte der Russe sich lediglich vorsichtig herangetastet und seine Panzer gut in Stellung gebracht. Ich selbst hatte beim Setup einen Fehler gemacht, indem ich meine Squads unnötigerweise im 1. Level einiger Häuser positioniert hatte, von wo aus sie schlecht mit der Panzerfaust schießen konnten.
Die gebrokten russischen Einheiten waren überflüssig gewesen, da sie aus Unvorsichtigkeit - beziehungsweise einem Unterschätzen der Bedrohungssituation resultierten - was besonders problematisch war, da der Russe jede Einheit brauchte, um den Durchbruch zu schaffen und er zudem sehr wenige Leader besaß, die auch noch weit verstreut standen. Nach dem ersten russischen Turn konnten wir beide den Ausgang jedoch noch in keinster Weise abschätzen, doch Andreas fühlte sich bereits jetzt stark in Zeitnot und unter Druck und empfand die Aufgabenstellung für den Russen als sehr schwierig.

 

Turn 1: Deutschland

Russische Rally-Versuche entfielen, da er keine Leader in der Nähe hatte.

Ich nutzte mein Prep Fire, um mit einer Inherent Panzerfaust auf den Panzer zu feuern, der sich in der letzten Runde dreisterweise adjacent an meine Stellung in I7 herangewagt hatte. Der Treffer gelang und führte dazu, daß der Panzer in Flammen aufging.

In der Movement Phase machte ich meinen Aufstell-Fehler wett und zog einige Squads mittels Assault Move aus dem 1. Stock der Gebäude in das Erdgeschoß, um besser mit der Panzerfaust schießen zu können. Mit dem Dummy-Stack im Süden zog ich mittels Aussault Move näher auf die beiden positionierten Panzer zu, um den Eindruck zu erwecken, daß die Straße eng und behindert sei.

Im Defensive Fire kontaktierte Andreas seine Artillerie und korrigierte seinen Schuß - allerdings aufgrund eines schlechten Würfelrolls von meiner Einheit fort. Leider stand keine Einheit in direkter Näher, so daß er mittels Harrassing Fire versuchen mußte, mein 2 Hexe weit entferntes Squad zu treffen. Allerdings hatte es keinen Effekt, so daß dort schließlich FFE2 liegen blieb. Mit einem HMG-Stand, dessen Concealment er aufgab, versuchte er, auf meine concealten Einheiten im großen Steinhaus X2 zu feuern, jedoch ohne Erfolg. Schließlich enttarnte sich auch ein LMG-Stand und schoß ebenfalls auf diese Einheit, da diese Andreas auf seinem Vorstoß-Weg sehr hinderlich war - jedoch ebenfalls ohne Erfolg. So gab er letztlich viel Concealment ohne Wirkung zu erzielen auf. Jetzt geriet er wirklich in Zeitnot, weil er nun gezwungen war, sich um diese deutschen Einheiten schon wieder im nächsten Turn zu kümmern, anstatt dann bereits vorwärtsziehen zu können. Mit den Panzern erzielte er keine Treffer, genauso wenig wie mit weiteren Squads, wo außer einem (bestandenen) PTC nichts geschah.

In der Advance Phase wechselte ich nur mit 2 Squads geringfügig die Stellung, ansonsten war ich sehr zufrieden mit meiner stabilen Position.

Dieser Turn war nicht erfolgreich für den Russen: Er hatte sehr schlecht geschossen bzw. durchweg sehr hoch gewürfelt, viel Concealment und dazu einen Panzer verloren und konnte keine wirkliche Vorarbeit für seinen nächsten Turn leisten, so daß sein Tempo noch mehr verlangsamt wurde.

 

Turn 2: Rußland

Der Russe hatte immer noch keinen Leader in der Nähe; sein Self Rally Attempt scheiterte.

Im Prep Fire konnte Andreas den Kontakt zu seiner Artillerie behalten. Er korrigierte den FFE2, so daß dieser nun adjacent zu meinem Squad lag, dabei allerdings aber auch zu einem seiner eigenen Squads. Der Erfolg der Artillerie blieb aus, lediglich seine Einheit mußte einen PTC machen, den sie aber bestand. Der südlichste Panzer feuerte mit der Ordnance wieder auf den Stack im südlichen Haus und erzielte trotz 17 FP nur einen NMC - der Fluch der hohen Würfe auf russischer Seite ging weiter. Mein Leader schaffte den Check, aber das Squad brach. Zähneknirschend entschloß Andreas sich, mit seinem HMG-Stand zu feuern, anstatt damit zu laufen, so daß er wieder an Tempo verlor. Dieser Schuß hatte natürlich keinen Erfolg. Langsam wurde ihm wirklich warm, denn sein Ziel MUSSTE ausgeschaltet werden, da es fast eine ganze Straße blockierte, aber das Ausschalten kostete Zeit - und wenn es jetzt wieder nicht gelungen war, so hieß das, daß er sich noch einmal daran versuchen mußte, dann aber niemals rechtzeitig im Westen ankommen konnte. Zu Laufen bedeutete jedoch, ein großes Risiko einzugehen, oder einen Umweg in Kauf zu nehmen, was aufs Gleiche rauskam, als wenn er weiter Prep Fire machte und sich zum Stillstand verdammte. Ein zweiter MG-Stack erklärte Opportunity Fire.

In der MPh fuhr einer der Panzer in der Mitte los in Richtung meines Roadblocks. Ich entdeckte zu meinem Entsetzen, daß ich ihn aus einem mir unbekannten Grund falsch herum platziert hatte, so daß er wirkungslos auf ein Open Ground Hex zeigte, anstatt in die Straßenschlucht, die ich mir eigentlich auserkoren hatte. Grinsend fuhr der Panzer um den Roadblock herum und stellte sich direkt vor meinem verletzten Leader auf.
Einer der russischen Leader machte sich auf zu seiner gebrokten Einheit, die immer noch nahe Brett 8 in dem Haus lag, in das sie in ersten Turn geroutet war. Im Süden erklärte Andreas Double Time und umging damit sehr kostspielig eine meiner concealten Einheiten, ohne dabei groß an Gelände zu gewinnen. In der Mitte des Brettes dashten einige Einheiten aus den Häusern, in denen sie Stellung bezogen haben, über die Straßen, um in die nächste Häuserzeile zu gelangen. Mit einer Einheit lockte er bei mir ein Concealment fort, indem er adjacent an mir vorbeizog. Mein Schuß hatte jedoch keinen Effekt und ich ärgerte mich, daß ich das Concealment geopfert hatte, denn eigentlich hatte ich mit dieser Einheit seinen Stack befeuern wollen, der Opportunity Fire erklärt hatte.

Das Defensive Fire meinerseits verlief sehr zaghaft und zeigte wegen des hohen TEM in den Häusern keinen Effekt. Auch das Opportunity Fire blieb ohne größere Wirkung, von einem Pin-Result einmal abgesehen. Der Panzer feuerte auf den verwundeten Leader, doch traf nicht.

In der Rout Phase zog mich mich mit meiner gebrokten Einheit im Süden samt LMG und intaktem Leader tiefer in das Haus zurück.

In der Advance Phase verteilte der Russe sich umständlich und sehr vorsichtig, wohl auch aus Angst vor den HIP-EInheiten. Sein MMG-Stack zog sogar rückwärts aus meiner LOS und zwar zurück auf Brett 8!

Fazit dieses Turns: Der Russe hatte gelernt, warum man Offboard Artillery manchmal lieber canceln sollte, wenn die eigenen Einheiten ins Geschehen rückten und ich notierte mir, zukünftig besser auf den dummen, kleinen roten Pfeil des Roadblocks zu schauen... Alles in allem kam der Russe auch in diesem Turn kaum vorwärts und ging teilweise sogar rückwärts.

 

Turn 2: Deutschland

Mein Leader versuchte, das Squad zu rallien, jedoch ohne Erfolg. Auch beim Russen mißlang der Rally Versuch.

Das deutsche Prep Fire zeigte kaum Erfolg, pinnte nur ein russisches Squad im Norden von Brett 1, da der Russe schon wieder (oder immer noch?) hoch würfelte.

In der MPh zog ich mit dem HMG-Stack in der Kirche in den Kirchtum hinein. Den verletzten Leader brachte ich aus der Acquisition und Sichtweite des Panzers in ein weiter westlich gelegenes Haus.

Im DFPh erlitten die Russen einen weiteren schweren Schlag: Das Radio ging kaputt und der Kontakt zur Artillerie brach ab. Ein MMG-Stand erklärte einen Schuß durch eine geblockte LOS, weitere Schüsse scheiterten am hohen TEM meiner Häuser. Breites Feuer auf ganzer Front blieb vollkommen ohne Folgen - spätestens jetzt wären ein paar Resultate für den Russen dringend nötig gewesen, allein aus Zeitgründen. Er hatte sich seit Beginn des Spiels noch immer kaum vorwärts bewegt und befand sich, von ein paar Ausnahmen abgesehen, noch fast an der Ausgangsposition.

In der Advance Phase zog ich mit dem HMG weiter in den Kirchturm hinauf.

 

Turn 3: Rußland

Der Reparaturversuch des Radios gelang dem Russen auf Anhieb, zudem schaffte sein Leader es endlich, das seit Turn 1 gebrokte Squad zu rallien. Sollte sich das Blatt nun doch noch wenden? Mein Leader jedenfalls versagte erneut.

In der PFPh gelang der Radio Contact und Andreas verwandelte sein mittlerweile auf dem Brett liegendes FFEC zu einem neuen FFE1 adjacent zu meinem 447 Squad in einem Steinhaus in der Mitte von Brett 1. Trotz der hohen FP passierte mir nichts, auch wurde kein Rubble geschaffen. Versuche eines Panzers im Norden gegen concealte Einheiten zu schießen, bleiben erfolglos.

In der Movement Phase versuchte Andreas weitläufige Manöver, um endlich vorwärts zu kommen. In der Mitte dashten einige Einheiten und erreichten wohlbehalten ihr Ziel, obwohl ich ihnen einen MC1 einbrockte. Da an dieser Stelle zumindest eine Residual Firepower liegen blieb, waren weitere Einheiten gezwungen bzw. entschieden sich dafür, einen teueren Weg zu wählen. Der MMG-Stack, der im letzten Turn zurück auf Brett 8 gezogen war, wanderte weiter in Nord-Süd-Richtung am Rand von Brett 8 entlang und wurde so immer unbedrohlicher bzw. seine Chancen, noch eine entscheidende Rolle zu spielen, schwanden. Ein weiteres Squad wurde beim Dash mitten auf der Straße gepinnt, was in Andreas' Situation sehr ungünstig war - jeder gepinnte Mann bedeutete einen weiteren Tempoverlust. Ein Squad versuchte, bei mir einen Concealment-Loss zu provieren, indem es sich adjacent einem meiner Squads näherte, das in Reichweite seines Panzers stand. Der Panzer, der zuvor den verwundeten Leader ins Visier genommen hatte, fuhr nun fort und wechselte in Richtung Norden in Richtung einer Straßensperre aus Stacheldraht. Mit Bounding First Fire nahm er das Squad hinter dem Wire aufs Korn, jedoch ohne Erfolg. Lediglich der deutsche Sniper wurde dadurch geweckt, der jedoch keinen bemerkenswerten Schaden anrichtete. Mit einigen Einheiten zog Andreas in das große Steinhaus ("Factory") in der Südhälfte von Brett 1, wo sich meine gebrokte Einheit verborgen hielt. Im Norden des Bretts wurde weiter dreist an meinen Concealten herumgehuscht, bis es mir schließlich zu blöd wurde, ich mich enttarnte und eines der russischen Squads mit LMG brach.

Weitere Feuergefechte in DFPh und AFPh verliefen ohne Effekt. Mein Leader und broken Squad routeten aus dem Steinhaus fort, in das der Russe adjacent hineingezogen war. Im Norden begab der Russe sich in den Close Combat mit einem meiner Squads und konsolidierte ansonsten seine Front weiter in den Steinhäusern auf Brett 1.

Im CC scheiterte jeder Ambush-Versuch und es kam zu einem Partial Kill durch den Russen, der mit 2 Squads hineingestürmt war. Mein verbliebenes deutsches Halfsquad blieb in Melee.

Fazit dieses Turns: Der Russe verzettelte sich weiter am Ostrand von Brett 1 und ließ sich auf zahlreiche Scharmützel, "los, gib dein Concealment auf, schau doch, wie ich husche"-Manöver und teure Umwege ein. Alles in allem war der Geländegewinn noch nicht ausreichend.

 

Turn 3: Deutschland

In der Rally Phase scheiterte mein Versuch erneut - die Moral der Deutschen schien zu wünschen übrig zu lassen, im Gegensatz zur russischen Moral, denn Andreas gelang es, eines seiner Squads wieder in Form zu bringen.

Im Prep Fire feuerte ich auf das immer noch auf der Straße befindliche russische Squad und konnte es erneut pinnen.

In der MPh assaultete ich hoch in die Spitze des Kirchturms auf Level 3. Mit einem Squad verließ ich einen Wald am Rande zu Brett 21 und übersah dabei dummerweise, daß ein russisches Squad LOS zu mir hatte. Laut verkündete der Russe seinen Angriff, nur um festzustellen, daß sich seinerseits nur ein broken Squad in diesem Stack befand, das er zuvor übersehen hatte. Also konnte ich ungehindert in meiner neuen Stellung ankommen.

Im Defensive Fire versuchte der Russe sich erneut an der lästigen deutschen Verteidigungslinie. Der Radio Contact gelang erneut - wie schon im gesamten Spiel -, doch zeigte das FFE keine Resultate, trotz des erzielten NMC und einem gerubbelten Holzgebäude. Der Panzer erzielte einen Critical Hit bei einem meiner 467-Squads und schaffte ein KIA - zum Glück geriet der Wald aufgrund des nassen Wetters nicht auch noch in Flammen.

In der APh bezog ich mit dem Squad, das zuvor den Wald verlassen hatte, Stellung in einem Holzhaus am Westrand von Brett 1 mit freier Sicht auf ein offenes Feld, das mir sehr verdächtig schien beziehungsweise den Russen sicher anlockte.

Im Melee im Nordhaus konnte mein Half Squad sich nicht gegen die beiden russischen Squads durchsetzen und verschied. Zufrieden behauptete der Russe am Ende dieses Turns, nun endlich die erste deutsche Verteidigungslinie überwunden zu haben.

 

Turn 4: Rußland

Ein russischer Self Rally Attempt scheiterte, hingegen schaffte es mein deutscher Leader endlich (!), das Squad mit dem LMG fit zu machen.

Wie üblich gelang der Radio Contact des Russen, und er hatte auch Battery Access. Sein FFE erzielte wieder einen MC1 und pinnte mein in Reichweite stehendes Squad, das ich eigentlich langsam aus dem Radius der Artillerie bringen wollte. Wieder entschloß Andreas sich, Einheiten für das Prep Fire zu opfern, so feuerte er (folgenlos) mit einem Squad im Norden und seinem HMG-Stack in der Mitte, das mehrfach ROF hielt und es schaffte, eine meiner Einheiten zu brechen, bis es schließlich am Ende des Prep Fires eine Fehlfunktion erlitt - was für eine gewisse russische Blässe sorgte. Zumindest hatte das HMG gute Aussichten auf Reparatur mit seinen Repair-Werten von 1-3.

In der MPh versuchte ein Squad im Süden, meinen mittleren Dummy im Steinhaus an der Zufahrtsstraße dazu zu verleiten, sein Concealment aufzugeben, doch ich blieb tapfer. Der Russe bildete nach und nach eine monströse Feuergruppe mit schließlich 26 FP-Faktoren, doch ich argumentierte, warum das Aufgeben meines Concealments jetzt besonders wahnsinnig wäre. Schließlich wurde der Dummy mit zahlreichen Einheiten umschlossen, teilweise adjacent, und ich verabschiedete mich im Geiste und laut von ihm, als tapferes Opfer, das so viele russische Kräfte band. Ansonsten fand ein allgemeines weiteres, aber zaghaftes russisches Vorrücken statt. Mein First Defensive Fire war nicht weiter bemerkenswert.

Im Advancing Fire eröffnete die Feuergruppe, die meinen Dummy am Mittelhaus eingekreist hatte, das Feuer und erzielte einen MC1, so daß sich nun meine Fälschung enttarnen mußte. Nun, er hatte seinen Zweck erfüllt und dank seiner exponierten Stellung an einer Haupteinfallsstraße in Richtung Westen den Russen lange aufgehalten.

In der APh konsolidierte sich die russische Front weiter, nun war Brett 1 quasi in russischer Hand, von einigen verstreuten Squads in der Nähe von Board 8, d.h. im russischen Rücken, einmal abgesehen, und dem Dummy-Stack an der südlichen Ringstraße und einer Wache am offenen Feld im Norden des Brettes. Für das erste Brett hatte Andreas 4 Turns gebraucht, es lagen noch zwei weitere Bretter vor ihm und bislang hatte sich keine HIP-Einheit enttarnt und auch die beiden Guns waren noch unsichtbar. Der Tempoverlust war enorm und Andreas fragte sich, wie er hätte schneller vorankommen können, zum Beispiel als Passenger auf seinen Panzern oder einem konzentrierten Vorgehen an einem Punkt anstatt des verstreuten Herumschleichens.

 

Turn 4: Deutschland

Mein deutscher Self Rally Attempt des im großen Haus nahe Board 8 befindlichen isolierten Squads scheiterte, dafür gelang dem Russen sowohl seine Rally-Versuche als auch die Reparatur des beschädigten HMG.

In der MPh bewegte ich mein Squad endlich aus dem Wirkungsradius der russischen Artillerie, in dem es seit Beginn irgendwie festhing oder durch Pins festgehalten wurde. Alle anderen Einheiten, auch diejenigen, die bereits durch deutsche Panzer aquiriert wurden, hielten aus, da eine Fortbewegung aus ihren Stellungen keine Vorteile gebracht hätte.

Der Russe behielt in seiner DFPh wie üblich den Radio Contact, aber da sich nun niemand mehr in Reichweite seines Wirkungsradius, erzeugte er ausschließlich etwas Rubble in beschädigten Häusern. Ansonsten feuerten diverse vorrückende Squads auf die letzte Verteidigungslinie von Board 1, wobei insbesondere mein Squad, das sich vor dem offenen Feld platziert hatte, brach und zudem ELR failure erlitt. Einer der T-34, die sich langsam auf Brett 1 in Richtung des nächsten Brettes vorwärts bewegten, wollte sich ebenfalls am Feuer beteiligen, jedoch ging dabei seine Gun kaputt. Wenn Andreas hier keine Reparatur schaffte, bedeutete das einen Abzug der Victory Points, falls er diesen Panzer noch hinausbringen konnte - momentan schienen die Panzer die einzigen zu sein, die den weiten Weg aufgrund ihrer 16 MP noch schaffen konnten, so daß er seine Hoffnungen in sie legte. Zu allem Überfluß aktivierte das russische Defensive Fire noch den deutschen Sniper, der mit einem gekonnten Schuß das Squad mit dem frisch reparierten HMG auswählte und es brach. Das Feuer der meisten russischen Verteidiger und auch des russischen Snipers blieben ohne Auswirkungen.

Auf eine wirkungslose AFPh folgt die RtPh, in der das Squad mit dem HMG an Ort und Stelle im Steinhaus bleibt, um die Waffe nicht aufgeben zu müssen.
Alles in allem bröckelten die letzten Verteidigungslinien auf Brett 1 langsam aber sicher. Die Hälfte des Spiels war nun herum und der Russe mußte nun langsam aber sicher auf Brett 21 vorrücken. Insgesamt lagen noch 26 Hexe Luftlinie bis zum Westrand vor ihm...

 

Turn 5: Rußland

Der Russe schaffte seinen Repair Attempt der T-34-Gun nicht. Auch der Rally-Versuch seines HMG-Squads scheiterte.

In der PFPh gelang zum ersten Mal kein Radio Contact und auch kein Battery Access, so daß der Russe in diesem Turn ohne Artillerie auskommen mußte. Andreas opferte wieder einige Squads, um mit ihnen Prep Fire zu machen - ausgerechnet die zwei Squads mit einem LMG, die sich am weitesten vorne auf Brett 1 befanden und schon den weitesten Weg nach Westen zurückgelegt hatten, doch diese bewirkten nichts außer Pin. Zufrieden sah ich weitere Russen, die in diesem Turn nicht laufen konnten.

In der MPh bewegte der Russe zuerst seine Panzer, so quetschte er sich mit einem Panzer auf Board 21 durch eine Lücke im Wald. Mit einem anderen Panzer fuhr er in einen Wire und bestand den folgenden Bog Check. Anschließend bewegte er sich südlich an der Allee-Mauer auf Brett 21 entlang auf den nächsten Wire zu, vor dem er stehen blieb. Zahlreiche Squads erklärten Double Time, verzichteten auf ihr Concealment und stürmten in einem Anfall von Zeitnot auf Brett 1 voran, doch durch mein Defensive Fire brachen fast alle und erlitten zum Teil auch ELR-Failures, so daß dieser Vorstoß auf der ganzen Linie scheiterte und das Brett von broken Squads übersät war. Es gelang nur einem einzigen Squad, bis auf Board 21 vorzustoßen. Andreas stellte zum wiederholten Male fest, daß der Weg zum Ziel verdammt weit war und daß - trotz der vermeitlichen "Stadt- und Straßenbretter" zudem erstaunlich viel offenes Terrain ohne viele Schutz durchquert werden musste, wenn er vorwärts kommen wollte.

Da ich mein ganzes Defensive Fire bereits für seinen Vorstoß verbraucht hatte, verzichtete ich in meiner DFPh; das Advancing Fire des Russen blieb folgenlos.

In der RtPh mußten zahlreiche russische Squads in naheliegende Gebäude routen und sich aus der LOS zurückziehen, was einen weiteren Zeitverlust darstellte. Abgesehen davon, war kein russischer Leader in der Nähe, der ihnen hätte helfen können, so daß nun zahlreiche broken Squads verstreut und einsam in Häusern ausharrten.

Auch die APh war von russischer Verzweiflung geprägt; Andreas schob seine verbliebenen Squads tapfer weiter voran, stellte sie teilweise auch bewußt in meine LOS. Am Ende des Turns erklärte er, daß er keinerlei Chance sah, wie er den Brettrand noch erreichen sollte - schon gar nicht mit 30 Victory Points, da ja mittlerweile auch ein Panzer brannte und viele Squads nicht mehr am Geschehen teilnahmen. Seine einzige Möglichkeit sah er noch darin, sich auf den Glockenturm zu stürzen und zu hoffen, daß er genug Einheiten durchbekam - daß sich auf den dazwischenliegenden Brettern noch 2 Guns und HIP-Einheiten versteckten, war ihm sehr bewußt.

 

Turn 5: Deutschland

Mir gelang ein Self Rally Attempt des einsam am Ostrand von Brett 1 im Rücken der russischen Verbände herumdümpelnden Squads, so daß es nun wieder in der Lage war, eine Hauptstraße zu blockieren, in der sich immer noch russische Einheiten aufhielten. Diese Einheiten befanden sich kaum vom Brett 8 entfernt, wo sie das Spiel begonnen hatten, und es war klar, daß sie nicht an der entscheidenden Schlacht teilnehmen konnten - sie waren viel zu weit entfernt. Für sie war die Schlacht vorbei; alles, was sie tun konnten, war, im Hinterland zu kämpfen, da der Russe jedoch keine Casualty Victory Points für erschossene Deutsche bekam, war das relativ uninteressant, zumal ich meine isolierte Einheit dort schon abgeschrieben hatte und ihr Überleben nur ein netter Bonus für mich war.

Bei dem Versuch, die Gun des T-34 zu reparieren, zerstörte der Russe diese dauerhaft, was ihn weiter demoralisierte. Auch der Rally Attempt des HMG-Squads scheiterte. Das HMG konnte bislang noch nicht effizient eingesetzt werden, sondern hatte sich am Ostrand des Spielbrettes total verzettelt, so daß dem Russen wichtige Feuerkraft für den Sturm auf den (noch weit entfernten) Kirchturm fehlte.

Ich verzichtete auf Prep Fire und bewegte dann die paar versprengten Squads in den hinteren Häusern nahe Brett 8 in Richtung Westen, um den vorrückenden Russen in den Rücken zu fallen. Um kein Defensive Fire der gestrandeten Russen ertragen zu müssen, zog ich diese Einheiten jedoch erst in der Advance Phase in die Front der Steinhäuser und damit in russische LOS.
Zudem bewegte ich einen schwer bewaffneten Stack im Norden des Brettes 21 in ein kleines, aber zweistöckiges Steinhaus inmitten der Mauerumfassungen, um die herum sich im vorherigen Turn der russische Panzer bewegt hatte. Mein Plan war es, mit diesem Stack ins obere Stockwerk zu advancen, um eine gute Sicht über die Mauer zu haben und damit weitläufig alle Wege, die in Richtung Kirchturm bzw. Brett 20 führten, abzudecken.

Im Defensive Fire bemühte sich der Russe erneut um Radio Contact und stellte diesen erfolgreich her. Es gelang ihm auch, einen akkuraten Schuß auf einen kleinen Stack auf Brett 21 zu platzieren. Weitere Einheiten schossen auf meine LMG-Truppen, die den Ostrand von Brett 1 bewachten, jedoch ohne Effekt.

Da AFPh und RtPh entfielen, nutzte ich die APh wie geplant, um mich in die Häuserfronten im Osten zu stellen, um den Russen damit weiter zu behindern, und um den MMG-Stack an der Wall in den ersten Stock zu ziehen. Alles in allem verlief dieser Turn ohne Schäden auf beiden Seiten.

 

Turn 6: Rußland

Der russische Self Rally Attempt scheiterte, genauso wie der Rally-Versuch des HMG-Squads.

Im Prep Fire stellte der Russe wieder Radio Contact her und traf das anvisierte Squad, jedoch erzielte er trotz der hohen FP kein bemerkenswertes Resultat, da er wieder sehr hoch würfelte. Sein T-34 nahm das Squad hinter dem Wire, das er zuvor acquiriert hatte, unter Beschuß und schaffte tatsächlich, es zu brechen.

In der MPh stellte Andreas fest, daß er kaum Double Time machen konnte, da entweder alle Squads bereits CX waren oder als broken Squads über Brett 1 verstreut waren. Angesichts der Unmöglichkeit, rechtzeitig den Kirchturm (geschweige denn den Brettrand) zu erreichen, kapitulierte er an dieser Stelle - auch ich sah die Situation ähnlich, zumal ich wußte, daß noch ein MMG-Stand mit starkem Leader und ein LMG-Stack HIP warteten und zwei Guns den Kirchturm abschirmten.

Obwohl von Anfang an klargewesen war, wie weit der Weg war, der vor dem Russen lag, gab Andreas zu, den Weg trotzdem unterschätzt zu haben. Ich war der Ansicht, daß er sich zudem viel zu sehr auf Brett 1 verzettelt hatte und brutaler, beziehungsweise geballter, nur an einer Stelle den Durchbruch hätte versuchen sollen. Bei genauer Betrachtung hatte ich nicht allzu viele Squads, um die gesamte Fläche abzudecken und ich hatte meine Kräfte verteilen müssen, um möglichst wenige Lücken zu lassen. Einen Durchbruch, z.B. ganz im Süden, hätte ich kaum aufhalten können. Zudem war Andreas zu spät auf die Idee gekommen, Rider auf die T-34 zu setzen und diese zum Erlangen der Victory Points zu verwenden. Auch war die Artillerie nicht sonderlich effizient gewesen, obwohl er ständig Radio Contact herstellen konnte.

Andreas erster Eindruck bestand darin, daß er die Szenario-Balance als etwas unausgewogen zugunsten des Deutschen empfand - obwohl die aktuelle ROAR-Statistik etwas anderes sagte und tatsächlich eine leichte russische Überlegenheit bescheinigte. Wir kamen zu dem Entschluß, daß wir unsere Möglichkeiten einfach zu wenig ausgenutzt hatten, die uns zur Verfügung standen, zum Beispiel Riders oder Fire Lanes.

Was das Replay Value anging, so stellten wir fest, daß es zwar theoretisch - aufgrund der herausfordernden Aufgabenstellung - hoch war, allerdings würde sich vermutlich niemand von uns freiwillig bereit erklären, den Russen zu übernehmen, da uns seine optimale Vorgehensweise noch etwas schleierhaft war und wir seine Stärken nicht ganz einschätzen konnten. Auf jeden Fall würde Andreas es in einem anderen Spiel deutlich anders angehen, zum Beispiel viel weniger Prep Fire machen bzw. sich nicht verzetteln zu lassen, sondern besagten punktuellen Durchbruch wagen.

Alles in allem war dieses Szenario sehr knifflig, auch für den Deutschen, und ziemlich anspruchsvoll, auch, weil es erstmalig alle Haupt-Punkte des ASL-Rulebooks umfaßt - mit der Artillerie wird in diesem Szenario das letzte noch fehlende größere Kapitel eingeführt.


(c) 2004 by Denny Koch, HFC

HFC Homefront Wargame Center, http://www.homefrontcenter.de

Aus Versehen hier? Keine Frames? Zu HFC-Hauptseite