B17 Game: B-17 Queen of the Skies
HFC Report # B17-01
 
Scenario: Mission 1, St. Omer, France
Game Type: Solitaire
Player #1: Andreas Ludwig (HFC), AREA ID#: AL008
Reporter: Andreas Ludwig (HFC)
AREA rated: Yes

Mission 1
St. Omer, France
9. 12. 1942

"Heute beginne ich dieses Bordbuch mit dem Antritt meines Dienstes hier in England, Airbase US 8th Airforce als Pilot einer "Queen of the Skies", B 17.

Vor drei Tagen war die "Taufe" unserer fliegenden Festung, nagelneu und ready for take off und nach einigen Bier im Pub einigten wir uns auf den Namen "Angeldust". Eddie Price, unser Tail Gunner schlug den Namen vor, weil er meinte, wenn die Krauts was Schöneres als Bomben erwarten, winken sie vielleicht, anstatt auf uns zu feuern...
Daß sie das nicht im Sinn haben, zeigte unsere erste Mission. Der Name unserer B-17 blieb jedenfalls.
Heute nachmittag waren wir von unserer ersten Mission wieder zurück und obwohl alle wohlauf sind, war es nicht unbedingt ein Erfolg.

Am morgen versammelte sich die Crew, mit denen ich dieses Abenteuer zu er- oder besser überleben hoffe, die sich aus den folgenden Personen und ihren Funktionen zusammensetzt.

A. Ludwig (Pilot)
D. Cook (CoPilot)
W. Bookwood (Engineer)
"Red" Wegener (Bombardier)
Andrew Burke (Navigator)
Daniel Bogart (Radio Operator)
John "Duke" Wayne (Ball Gunner)
Roger McAllen (Port Waist Gunner)
Homer Johnston (Starboard Waist Gunner)
Eddie "The Pipe" Price (Tail Gunner)

Wir sind alle auf unserer ersten Mission, d.h. ne Menge Scherze über die Krauts, ne Menge coole Sprüche, um die Nervosität zu überspielen und eine große Unsicherheit, was uns alle erwartet und ob wir es schaffen, die 25 Missionen hinter uns zu bringen. Ich bin der Captain der Gruppe und will meine Jungs hier heil raus bringen und obwohl die erste Mission noch nichts großes war, ist uns allen klar geworden, wie schnell auch sowas schief gehen kann.

Heute morgen kam die Order: Angriffsziel ist ein Airfield in Frankreich, namens "St. Omer", knapp zwei Flugzonen von unserer Airbase entfernt, mehr oder weniger gleich hinter dem Kanal. Wir bekamen die mittlere Position mit unserem Bomber in der Squadron und innerhalb der Staffeln ebenfalls die mittlere Squadron. Jedem war klar, daß ist die rookie position, die sicherste Position, die es in einem solchen Raid überhaupt geben kann. Komisches Gefühl, Roger sagte mir später: "Ich war erleichtert, als ich die Order las und wußte die erste Mission sollte was für unseren Einstieg sein, aber man hat das Gefühl, alle belächeln einen. Ist natürlich Blödsinn, aber..." Mag sein, ich war froh, daß der erste Raid noch nicht geradewegs in die Hölle führte.
Die "Angeldust" war aufgetankt, die Bombenfracht sicher an Bord und alle Waffen aufmunitioniert und es erwartete uns ein schöner, klarer, aber kalter Wintertag. Um 07.00 h hoben wir ab und fanden uns auf etwa 9500 Fuß auf unseren Positionen ein, Ziel: die Küste Frankreichs.
Das klare Wetter erlaubte eine herrliche Fernsicht, obwohl ich mir nicht sicher war, ob das für unsere Aufgabe so gut war. Man kann bei einem solchen Wetter sicher sein, daß die deutsche Luftwaffe auftaucht und egal, was wir alle von den Deutschen und ihrer Ideologie halten mögen, hier ist keiner dabei, der nicht den größten Respekt vor ihrem Können hätte. Insofern kann man gut drauf verzichten, ihnen zu begegnen.

Alles lief soweit gut, wir verließen die englische Küste und flogen über den Kanal, alle Systeme arbeiteten einwandfrei. Am Abend zuvor gab's noch Probleme mit der Entriegelung für die Bomben, aber Wolf brachte die Sache dann noch in Ordnung, er wollte keinen anderen an die Maschine lassen, in der er am nächsten Tage mitfliegen sollte...misstrauischer Bursche.
Als wir dann den Kanal fast ganz hinter uns hatten, meldete Andrew, daß das Ziel bald in Sicht kommen müsse und alle wurden ziemlich angespannt. Ich war nur froh, daß jeder was zu tun hatte, weil das die Anspannung zumindest verarbeiten hilft. Ich packte das Steuer meiner Fortress fester und dachte mir, wird schon hinhauen. Witzigerweise war ich mir des ganzen Fluges über bewußt, daß mir unangenehm der Wind ins Gesicht blies, weil eine Scheibe nicht korrekt abgedichtet war, obwohl das sicherlich das Letzte sein sollte, über das man sich auf so einem Flug groß Gedanken machen sollte. Ich habs eben noch abdichten lassen.

Als wir die Küste sehen konnten, schrie John plötzlich durch den Motorenlärm hindurch "Feindliche Jäger nähern sich auf 1.30h und 3.00h!", Duke meldete "Focke-Wulf auf 12.00h oberhalb!" und ich sah aus meinem Fenster eine weitere FW 190 auf 9.00h selbe Höhe wie wir. Es kam verdammt überraschend, ich hatte vorher nichts erkennen können, sie waren auf einmal einfach da! Wir zogen alle unsere Maschinen, wie verabredet, ein wenig zusammen, um die Möglichkeit eines Durchbruchs für die feindlichen Jäger zu verringern und machten uns bereit, der ersten Welle standzuhalten. Aus der Sonne kamen die britischen Geleitschützer und ich habe ja schon viel vom Können der RAF gehört, aber was wir hier auf unserer ersten Mission erleben durften, war erste Sahne. Man sah gar nicht genau, wo sie überall herkamen, aber mehrere Spitfires rasten heran und verwickelten die FW's in Luftkämpfe während unsere Bomber weiter flogen. Wir sahen alle 5 deutschen Maschinen, die zwar die stärkere Bewaffnung haben, aber nicht ganz so wendig sind, wie ich meine, kurz darauf abstürzen und wir entspannten uns etwas. Jeder wußte, jetzt sind wir mitten drin...

Nach einer halben Stunde erreichten wir das nähere Zielgebiet und plötzlich befanden wir uns unter schwerstem Flakfeuer...ich dachte mir noch, während die Explosionen die Angeldust erschütterten, was die wohl da unten lagern, das solche Flak aufgefahren wird, aber dann war ich damit beschäftigt, daß Steuer gegenzulenken, weil eine Explosion die Angeldust aus dem Ruder kickte. Als ich alles wieder unter Kontrolle hatte, meldete Daniel "Kabelbrand im Radio Room, Splitter durch die Wand geschlagen, keine ernsthaften Ausfälle, Brand schon gelöscht. Fucking Krauts!" Das Flakfeuer hatte die gesamte Formation auseinander gezwungen, aber wir kamen soweit alle durch. Das Problem war nur, daß der Beinahetreffer die Zielpeilung für den Bombenabwurf durcheinandergebracht hatte, Red wollte noch versuchen nachzujustieren, aber ich sagte ihm er müsse es so machen, wir seien zu schnell, um noch lange rumzufummeln, in ein paar Minuten sei das Airfield unter uns durch...die anderen Maschinen warfen ihre Bomben schon ab und Red schickte unsere "Grüße" hinterher.
Es kam natürlich, wie es kommen mußte, die Teile schlugen überall ein, nur nicht im Ziel, Trefferquote der Angeldust auf St. Omer: "0%". Denny schaute mich an und verzog schmerzhaft das Gesicht, ich wußte was er dachte...Ich hatte am Abend vorher noch geunkt "Pass auf, morgen ist unser erster Raid, lassen wir es bei dem Bier, sonst treffen wir unser Ziel nicht." Wolf brüllte hinter uns "So eine verdammte...", der Rest ging im Flakfeuer unter.
Wir hatten es vermasselt, da war nicht mehr dran zu rütteln, aber die Geschichte war ja noch nicht vorbei. Also zog ich die Maschine auf Gegenkurs, Richtung Heimat, wobei die Bomber wieder die anfängliche Position einzunehmen suchten. Ich dachte noch, das war ein Bilderbuchflug, alle Abfangjäger von den Brits vom Himmel geholt, schwerstes Flakfeuer führte zu keinem nennenswerten Schaden und dann verpassen wir das Ziel...als Eddie von hinten durchgab: "Jungs, da kommen die nächsten...ME 110 auf 6.00h, klebt uns fast am Arsch, selbe Höhe wie wir, feuert!" und Roger hinzusetzte: "ME auf 9.00h schnell aufsteigend!" Ich hatte den Befehl gegeben, so lange wie möglich mit den MG's zu warten, um die Kerle auch zu erwischen, aber es kam nicht dazu, weil die Spitfires erneut den Krauts Feuer unterm Hintern machten. Es gab auf beiden Seiten einige waghalsige Maneuver zu sehen, aber die ME's stürzten ab und wir konnten unseren Heimflug ungestört fortsetzen. Keiner sagte auf dem Weg zur Base auch nur irgendwas, jeder schaute auf seine Anzeigen, oder aus dem Fenster...
Das Wetter war nach wie vor gut und es gab keine Probleme bei der Landung. Wir kamen gut runter und nachdem ich die Maschine in den Hangar gebracht hatte, verzog sich die Crew in ihre Quartiere. Keiner wollte ins Mannschaftsheim, jeder hatte das Gefühl, es versaut zu haben. Wolf verschwand wüst schimpfend im Hangar und Denny drohte mir noch, mich statt einer Bombe beim nächsten Raid rauszuwerfen, wenn ich vor einer Mission noch mal rumunke...
Das konnte ich dann durchaus versprechen, aber wenn die 1. Mission schon so anfängt...
Letztlich war ich froh, daß wir alle gesund zurück waren und jetzt hau ich mich hin, morgen geht es wieder los.

A. Ludwig
Captain

Fortsetzung folgt in AAR#2


(c) 2004 by Andreas Ludwig, HFC

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