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B17 Game: B-17 Queen of the Skies
HFC Report # B17-03
 
Scenario: Mission 3, Abbeville
Game Type: Solitaire
Player #1: Andreas Ludwig (HFC), AREA ID#: AL008
Reporter: Andreas Ludwig (HFC)
AREA rated: Yes

Mission 3
Abbeville, France
11.12.1942

Heute mittag kam die Order rein, wir würden erneut einen Raid auf das Airfield in Abbeville fliegen. Gerüchte gehen um, die Deutschen hätten dort eine ihrer Raketen stationiert, die in einer experimentellen Phase auf die Insel abgefeuert werden sollen. Mich wunderte dann aber, daß der Flakbeschuß gestern nur so leicht war, aber vielleicht lags wirklich am Wetter.
Wir hatten wieder mittlere Position, nicht das schlechteste eigentlich...

Der Start verlief wie üblich reibungslos, langsam bekommt die ganze Sache Routine. Eddie bestieg die Angeldust heute schon mit brennender Pfeife, bei ihm eigentlich ein Zeichen für Entspannung. Wir flogen bei leicht bewölktem Wetter los und ich sah wie Red London beim Drüberflug grüßte, solche kleinen Rituale sind wichtig, wie ich finde. Wir hatten wieder starken Fighter Cover dabei, Hurricanes und Spitfires, die ihre üblichen Positionen einnahmen und uns allen das sichere Gefühl vermittelten, das wir brauchten.

Schnell ließen wir den Kanal hinter uns und nach einer Kurskorrektur hielten wir auf unser Operationsgebiet zu. Wir hielten Ausschau nach deutschen Maschinen, aber es war weit und breit nichts zu sehen und wir erreichten ungehindert die französische Küste, gingen einige tausend Fuß runter und hielten weiter auf Abbeville zu. Das Wetter hatte glücklicherweise völlig aufgeklart, es war ein kalter, klarer Wintertag und wir konnten dies ausnutzen, um für den Raid eine gewisse Höhe beizubehalten, ohne die Trefferwahrscheinlichkeit zu sehr zu reduzieren. Es schien heute alles glattzugehen und ich war mir irgendwie sicher, daß es klappen würde. Red rief von vorne "Heute alle Neune, folks! Heute verdienen wir uns unser Bier..." Alle waren motiviert, wie ich an den verbissenen Gesichtern und den verschiedenen Kommentaren erkennen konnte, jeder checkte seine Systeme und wir waren bereit...

"Achtung! Feindliche Jäger von oben, je eine FW 190 auf 10.30, 12.00 und 1.30!" rief Wolf und ich konnte sie ebenfalls erkennen. "Die wollen uns in die Zange nehmen, verdammt!" rief Denny und auch ich hatte subjektiv den Eindruck, daß sie sich unser Baby ausgesucht hatten. Aber das Problem für die Deutschen war, daß sie ebenfalls in dieser Position leicht von unseren Jungs in die Zange genommen werden konnten und genauso geschah es dann auch...

2 Spits stiegen den deutschen Maschinen steil entgegen und feuerten, während von rechts und links an unserer Formation mehrere Hurricans vorbeischoßen, auf die feindlichen Maschinen zuhielten und ihnen so kaum eine Chance ließen...Die FW auf 10.30h, die ich am besten sehen konnte, weil dies meine Seite war, erhielt mehrere Treffer in die Tragfläche und die Unterseite und kippte schnell weg, ich konnte nicht recht sehen, ob das aufgrund der Beschädigung so war, oder ob der Pilot einfach versuchte wegzutauchen...er verschwand aus meinem Blickfeld, bevor ich noch sehen konnte, ob er es schaffte, oder nicht. Die deutsche Maschine auf 12.00h traf eine Spitfire, die dann schnell abdrehte, wurde aber ebenfalls, genauso wie sein Kamerad auf 1.30h mehr oder weniger gleichzeitig vom Himmel geholt und beide verschwanden mit schwarzen Rauchfahnen in der Tiefe. Wir schienen das erstmal überstanden zu haben und hielten weiter Kurs auf unser Ziel...

...als auf einmal schwerer Flakbeschuß einsetzte! Wir waren alle ziemlich überrascht und mir schoß kurz durch den Kopf "Also doch was dran an den Gerüchten! Das ist jetzt das zweite Airfield mit solch schwerem Flakschutz, was planen die da unten bloß?", aber ich hatte keine Zeit mehr darüber nachzudenken. Die Explosionen kamen immer näher, man merkte richtig, wie die Flakmannschaft am Boden sich einzuschießen begann. Eine der Explosionen detonierte verdammt nahe, aber außer einer Druckwelle passierte nichts, die Rauchwolken der Flakgeschosse waren überall am klaren Himmel und sahen aus wie kleine Gewitterwölkchen...da passierte es..."Treffer am Heck!!! Eddie!!!", brüllte John, der den Einschlag der Flaksplitter beobachten konnte. Ich spürte gleichzeitig einen starken Ruck am Ruder und mußte kurzzeitig gegenlenken..als Eddie zurückbrüllte "Ja, ja...alles klar bei mir. Einige Splitter sind in die Verkleidung geschlagen, hat aber wohl nix gemacht, aber das Steuerruder hat's erwischt! Cap?" Das erklärte mir den Ruck, aber als ich ein wenig manövrierte, reagierte alles normal, war also noch mal gut gegangen. "Hab's gemerkt, muß was gegenhalten, aber kein Problem" erwiderte ich.
"Verdammt das hat mir die Peilung weggehauen!" fluchte Red und mir schwante schon übles..."Hau sie raus, Red...bevor wir noch einen Treffer kassieren!" schrie Denny nach unten in die Glaskuppel..."Riegel los...sind raus...hoffentlich geht das...NEIN! das geht wieder voll daneben", hörte ich Red, was meine Befürchtungen bestätigte. "Ich fass es nicht! Wir haben es schon wieder vermasselt, die Felder rings rum sind gut umgepflügt, aber das Airfield hatte zumindest von uns nichts zu befürchten..." rief John, der den Bombenschaden von unterhalb der Maschine erst sehen konnte, als die Angeldust schon über das eigentliche Zielgebiet drüber war. "Aber die anderen waren auch nicht besser...hat wohl alle etwas durchgeschüttelt", fügte er noch hinzu, was uns aber alle nur bedingt tröstete.

Viele solcher Treffer am Ruder würden wir nicht verkraften...Wir flogen weiter durch die immer dichter werdenden Flakwolken und ich konnte sehen, wie ein Bomber neben uns ebenfalls von den Splittern getroffen wurde, er kam leicht vom Kurs und erst dachte ich, daß es ihn aus der Formation drängt, aber der Pilot bekam die Maschine wieder unter Kontrolle und gab mir das "Thumbs up!" Zeichen, bei ihm war also auch alles klar. Treffer am Steuerruder sind bei uns gefürchtet, denn auch wenn die Flying Fortress einiges einstecken kann, wenn man nicht mehr manövrieren kann, sieht's düster aus, da nützt die beste Panzerung nichts.

Aber wir kamen schließlich durch, der Flakbeschuß streute sich etwas und wir waren nicht mehr in unmittelbarer Gefahr, als uns der Staffelführer auch schon das Signal zum Abdrehen gab. Ich zog die Maschine also leicht auf 11.00h und wir gingen langsam wieder höher während wir die Kurve hielten, um auf Gegenkurs zu gehen, als uns exakt wie vorher 3 FW's auf 10.30, 12.00 und 1.30h von oben entgegenkamen...aber sie waren noch nicht sehr nah und bevor noch irgendjemand was sagen konnte, sahen wir nach einem kurzen Scharmützel die deutschen Maschinen, aber leider auch zwei Hurricans abschmieren...arme Teufel...
"Ich weiß echt nicht wer besser dran ist, wir sitzen hier eingedost, aber..." meinte Andrew und zeigte mir, das er ähnliche Gedanken hegte wie ich. Homer hörte ich sagen "Seid froh daß die noch dabei sind, wenn wir erstmal einen Einsatz tief im Feindesland haben, wird's noch ungemütlich genug für uns"...worauf niemand etwas sagte, weil wohl keiner so recht drüber nachdenken wollte. Wir hielten weiter Kurs über den Kanal und Denny warnte "Hoffentlich war's das jetzt. Wir sind noch nicht außer Reichweite..." Ich schaute ihn skeptisch an, weil ich solche Bemerkungen nicht von ihm gewohnt war, aber diese Flüge zehren an den Nerven selbst des größten Optimisten.

Aber der Rückflug verlief ruhig und wir atmeten alle auf, als wir die englische Küste sehen konnten, was bedeutete das deutsche Jäger jetzt kaum noch zu befürchten waren. Das Wetter hatte gehalten und war ebenso klar wie beim Abflug und die Bomber gingen langsam runter und auf Anflug auf die Base..."Passt auf, morgen schicken sie uns bestimmt wieder dahin" meinte Andrew, was von Wolf mit den Worten kommentiert wurde "Da wäre ich mir nicht so sicher, bei unserer Trefferquote..."
Das führte zu allgemeinem Gegrummel, aber jeder wußte, ein Erfolg wäre langsam für die Crew der Angeldust mehr als nötig, einfach um die Moral was zu heben. "Jede Pechsträhne hört irgendwann mal auf, ist ein Naturgesetz" munterte Denny - wieder ganz der Optimist vom Dienst - alle etwas auf und ich wollte ihm gerne glauben, weil soviel Pech nun endlich mal vorbei sein mußte.

Wir landeten kurze Zeit später sicher und ich brachte mit unserem Engineer die Maschine in den Hangar zur Reparatur, wo man sich bis morgen um das beschädigte Steuerruder kümmern will. Immerhin war das der erste richtige Treffer, den die Angeldust einstecken mußte, der würde mir schon im Gedächtnis bleiben. "Aber solange nichts schlimmeres passiert..." murmelte Wolf, als er sich das Ruder anschaute, was mir ein unvorsichtiges "Hoffen wir's..." entlockte und erwartungsgemäß mit einem düsteren Blick quittiert wurde...

A. Ludwig
Captain der Angeldust


(c) 2004 by Andreas Ludwig, HFC

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