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Game: | B-17 Queen of the Skies |
| HFC Report # | B17-04 | |
| Scenario: | Mission 1, Amiens, France | |
| Game Type: | Solitaire | |
| Player #1: | Denny Koch (HFC), AREA ID#: DK003 | |
| Reporter: | Denny Koch (HFC) | |
| AREA rated: | Yes | |
Mission
1
Amiens, France
1. 9.1942
Einleitung: Eine neue Crew und ein neuer Bomber
Heute war der erste Einsatz unserer neuen Crew in unserer ebenso nagelneuen B-17 "Queen of the Skies". Von der Airbase der US 8th Airforce in Südengland wurden wir mit unserer Staffel zuerst nach Amiens in Nordfrankreich geschickt, um eine dortige strategisch wichtige Eisenbahnlinie zu bombardieren.
Die 10 Mitglieder unserer Crew waren erst vor kurzer Zeit in England eingetroffen und wir hatten kaum Zeit gehabt, uns näher kennenzulernen. Doch darauf nahm der Krieg keine Rücksicht - heute würden wir uns bereits aufeinander verlassen müssen, um die vor uns liegenden 25 Missionen zu überlieben - und das Ticket zurück in die Heimat zu bekommen!
Ich selbst - Captain Cook - und meine neue Besatzung einigten uns auf den vielversprechenden Namen "Hellraiser" für unsere B-17, um den Deutschen damit entsprechend Angst einzuflößen. Natürlich hofften wir, daß der Name Programm sein würden und wir den Deutschen die Hölle auf Erden bereiten würden. Andy Ludwig, mein Copilot, pinselte diesen Namen mit grimmiger Entschlossenheit auf unsere Maschine - seine Vorfahren waren, wie sein Nachname vermuten ließ, deutschstämmig und deswegen empörte ihn das Treiben unserer Feinde besonders.
Neben ihm bestand meine Crew aus folgenden Leuten: Unser Navigator war ein breitschultriger, massiv gebauter Holzfällertyp aus den Bergen Montanas namens Wolf Bookwood. Unser Engineer hieß Crowley; er fiel mir sofort durch seine finsteren Orakelsprüche auf, die er im Pub von sich gab. Ich hoffte, daß sie sich nicht bewahrheiteten. Das Gegenstück zu ihm bildete Curtis Nike, ein kleines, rothaariges Bürschchen, das von der Natur schwärmte. Er schien mir aus einer abgelegenen, weltfernen Region im Mittleren Westen zu kommen und ich hoffte, daß ihn der Kontakt mit der Realität nicht aus der Bahn warf. Unser Radio Operator hieß Diamond, er neigte im betrunkenen Zustand dazu, in Gesang auszubrechen. Unser Ball Gunner war ein massiver Kerl namens Connors, der als herausragender MG-Schütze galt. Am Port Waist saß Baggins, am Starboard Waist Weyoun - beides etwas merkwürdige Typen, die ich nach unserem kurzen Kennenlernen noch nicht einschätzen konnte. Unser Tail Gunner schließlich hieß Foley, der ebenfalls als sehr guter Bordschütze galt.
Mission 1
Wir kehrten an diesem Nachmittag wohlbehalten von unserer ersten Mission zurück. Auch wenn es in erster Linie unser Ziel gewesen war, den Einsatz zu überleben, konnten wir unsere Enttäuschung über den Verlauf dennoch nicht ganz verhehlen. Gerne hätten wir unseren Einstand mit einem Sieg oder auch nur einem erfüllten Einsatzziel gefeiert, aber leider wurden wir unserem finsteren Namen nicht gerecht.
Unser Angriffsziel, das wir beim morgendlichen Briefing erfuhren, hieß Amiens. Dabei handelte es sich um eine kleine Stadt in Nordfrankreich, deren Bahndepot wir zerstören sollten. Das Wetter über dem Einsatzgebiet war gut und wir hatten zudem gute Fighter-Unterstützung, so daß wir für die erste Mission zumindest in der Hinsicht keine bösen Überraschungen erwarten mußten.
Wir bekamen die mittlere Position in der Bomberstaffel, wohl auch, um uns als "Newbies" zu schonen, denn es war der sicherste Posten. Ich beschwerte mich nicht; obwohl ich ein erfahrener Pilot war, wußte ich, daß eine Crew Zeit brauchte, um sich aufeinander einzuspielen - und Zeit war das, was wir in diesem Krieg am allerwenigsten hatten, weswegen wir über jede Chance dankbar sein mußten, die man uns gab.
Unsere Staffel hob am frühen Morgen bewaffnet und ausgerüstet in Richtung Kanal ab. Unsere vorausfliegenden Jäger meldeten, daß über dem Kanal mit keinen feindlichen Abfangjägern zu rechnen sei. Wie es über dem französischen Festland aussah, würden wir erst später erfahren. Ohne weitere Zwischenfälle überquerten wir die Nordsee und erreichten das Festland. Jetzt mußten wir noch eine Weile fliegen, bevor wir in Reichweite unseres Ziels kommen würden.
Kaum hatten wir das Meer hinter uns gelassen, meldete Diamond, daß die Jäger vor ihm auf drei ME-109 gestoßen waren, die aus 12 Uhr auf uns zuflogen. Zum Glück waren unsere Jungs vom Fighter Command ziemlich fit und fingen zwei der drei deutschen Flugzeuge ab, bevor sie unseren schweren und unbeweglichen Bombern gefährlich werden konnten. Die dritte ME 109 jedoch schaffte es, eine Salve auf uns abzufeuern, die in unseren rechten Flügel einschlug. Foley und Connors feuerten mit ihren MGs auf den Jäger, trafen jedoch beide nicht. Unsere B-17 taumelte für einen Moment, jedoch war die Panzerung unserer "Hellraiser" stark genug, um den Treffer auszuhalten. Da mußte die ME 109 schon wiederholt auf unseren Flügel schießen, wenn sie uns an unserem Einsatz hindern wollte!
Der deutsche Pilot stieg auf eine größere Höhe, um erneut auf uns zu schießen, doch dieses Mal waren unsere Abfangjäger sofort da und holten ihn vom Himmel, bevor er weiteren Schaden anrichten konnte. Wir waren alle ziemlich erstarrt durch diese erste Konfrontation mit dem Feind - und die Erkenntnis, wie schnell es vorbei sein konnte, wenn man gefangen in einem massiven fliegenden Koloß saß, der kaum manövrieren konnte. Aber niemand ließ sich etwas vom Schrecken anmerken, sondern fuhr betont professionell mit der Arbeit fort... manche von uns zu professionell. Insbesondere aus Nikes Gesicht war jegliche Farbe gewichen, was bei seiner ohnehin blassen Haut beängstigend wirkte. Ludwig grummelte etwas in seinen Bart von wegen "verdammte Krauts" und Bookwood ließ einen derben Fluch zum Thema, was er lieber mit den Deutschen gemacht hätte, vom Stapel.
Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir das Zielgebiet. Angespannt erwarteten wir etwaiges Flakfeuer (unsere Aufklärung war in dem Fall nicht ganz klar gewesen), doch dieses blieb zu unserer Erleichterung aus - die Deutschen hatten wohl nicht damit gerechnet, daß wir gegen Amiens vorgehen würden und hielten es für strategisch nicht so wichtig wie wir... umso besser!
Bookwood, unser Navigator, meldete, daß wir gleich die Abwurfzone erreichten und Nike meldete, daß die Bomben bereit waren. Ich befahl, das Ziel zu bombardieren und sogleich öffneten sich die Bombenschächte und warfen ihre Last ab. Aber: ich wußte nicht, wer von der Crew sich verrechnet hatte, jedenfalls trafen wir unser Ziel nicht - die Bomben schlugen meilenweit vom Ziel entfernt ein und richteten nicht einmal einen Streuschaden an: 0% Bomb Run. Das war kein sonderlich ruhmreicher Einstieg und ich wußte, was unsere Crew sich am Abend im Casino von den Kollegen in den anderen Bombern unserer Staffel würde anhören müssen. An unserer Koordination mußten wir jedenfalls noch dringend arbeiten...
Wir hatten unsere Bomben abgeworfen, ohne jeglichen Erfolg, und nun blieb uns nichts anderes übrig, als wieder zurück nach England zur Base zu fliegen. Als wird gewendet hatten, tauchten aus heiterem Himmel zwei ME 109 auf 1:30h auf, doch zum Glück waren unsere Abfangjäger wacher als wir und holten die Deutschen vom Himmel, ehe wir sie überhaupt realisiert hatten. Ohne weitere Ereignisse flogen wir zurück nach England und landeten bei strahlendem Spätsommerwetter auf dem Airfield.
Unsere erste Mission war damit vorüber - auch wenn wir das Ziel nicht getroffen hatten, so war zumindest niemand aus der Crew verletzt oder gar getötet worden und auch der beschädigte Flügel würde über Nacht repariert werden können, da der Schaden nur sehr gering war. Wir beschlossen, uns vom miesen Ausgang nicht die Stimmung versauen zu lassen und unseren Einstand gebührend bei ein paar Bier im Pub zu feiern. Denn schließlich hatten wir unseren ersten gemeinsamen Einsatz hinter uns und waren - was das wichtigste war - noch immer am Leben.
Denny Cook, Captain der "Hellraiser"
(c) 2004 by
Denny Koch, HFC
HFC
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