AAR

SL Game: Squad Leader
HFC Report # SQL 02
 
Scenario: taktisches Trainings-Szenario Alpha 3 (TTTA3)
Game Type: FTF
Player #1 (Germany): Andreas Ludwig (HFC), AREA ID# AL008
Player #2 (Soviets): Denny Koch (HFC), AREA ID# DK003
Reporter: Andreas Ludwig (HFC)
Game End: 1. September 2002
AREA rated: Yes

"Wir hatten davon Kenntnis erlangt, daß ein Trupp russischer Infanterie unbekannter Größe unser Gebiet durchqueren würde und ich erhielt Anweisung, Ausschau zu halten und die feindlichen Einheiten mit aller Gewalt zu stoppen, sollte dies nötig werden.
Ich verlegte also meine Einheiten in vorderes Gelände, wo ich gute Übersicht über das Gebiet hatte und richtete drei MG Stellungen ein. Ein Dreieck, gebildet aus einer leichten MG Stellung links, einem weiteren MG etwas weiter rechts und im Rücken durch ein schweres MG in einem Holzhaus unterstützt, erschien mir in Anbetracht der Lage eine gute Verteidigungsstellung.
Ich hatte das Problem, daß unsere Sicht durch einen Wald und ein angrenzendes Weizenfeld stark eingeschränkt war. Ein Beobachter meldete, daß weit entfernt wohl russische Einheiten losrannten, um die offene Stelle zwischen zwei Waldgebieten so schnell wie möglich zu überqueren. Aber noch bevor ich Anweisung geben konnte, diese sofort abzufangen, brach um uns bereits die Hölle los und ich danke Gott, das wir das überlebt haben...

Russische Einheiten hatten es irgendwie geschafft mehrere MGs, darunter zwei LMGs sowie ein MMG - welches uns noch besondere Probleme bereiten sollte - relativ unbemerkt im Schutz des Weizenfeldes nach vorne zu bringen, wo Sichtkontakt zu unseren Stellungen bestand. Das sich im Winde bewegende Weizenfeld gab einen perfekten Schutz für diese Aktion ab. Auf jeden Fall sahen wir Sekunden später, nach der Meldung unseres Beobachters, von überall her Mündungsfeuer aufblitzen und MG Salven schlugen um uns herum ein und rissen den Boden auf. Fast augenblicklich gab es auf unserer Seite schwere Verwundungen und die Tatsache, daß wir uns auf quasi offenem Gelände befanden, machte die Sache nicht besser. Im Laufe eines endlos erscheinenden Feuergefechts, befahl ich das schwere MG weiter nach vorne zu bringen, um unsere schwerste Waffe entsprechend einsetzen zu können. Ich hoffte darauf, daß das MMG, welches in einem Gebiet weiter rechts von uns auf dem Weg zu uns hin sein sollte, die benötigte Entlastung für unsere Kameraden bringen würde, die heldenhaft in schwerstem Dauerfeuer standen und um jeden Preis die Stellung hielten. Ich versuchte irgendwann hinter die Linien zu kommen, um zu sehen, wie groß die Verluste waren und sah, wie Wetzelsberger die Leute anschrie, sich gefälligst zusammenzureißen. Seine rüden Methoden hatten auch den gewünschten Effekt und jeder, der kurz verbunden worden war und laufen konnte, rannte wieder nach vorne in die Stellungen. Es stellte sich heraus daß die Gruppe mit dem MMG aus unverständlichen Gründen den Rückzug in ein angrenzendes Weizenfeld angetreten hatte (siehe beiligende Kopie der Eingabe an das Kriegsgericht) anstatt weiter vorzurücken. Es gelang mir dennoch, diese Einheit wieder ins Geschehen zu treiben und nach Auswechslung der Anführers, gelang es, das Gerät etwa 100 m neben dem schweren MG aufzubauen, welches bereits aus dem Haus gebracht war, weil die Sicht dort zu stark eingeschränkt war, um endlich die erwünschte Zangenwirkung durch Dauerfeuer zu erhalten. Erleichtert wurde diese Aktion, weil ein russisches MG offenbar einen Totalausfall erlitten hatte und nun eine Lücke im russischen Abwehrfeuer entstand. Ich sah, wie russische Soldaten einer nach dem anderen getroffen wurde und ein Anführer einer kleinen Truppe fiel auf offenem Feld, als er versuchte, einen Durchbruch zu versuchen.

Trotzdem wurde das Feuer unter dem die HMG Stellung lag, einfach zu heftig und ich veranlasste die Verlegung in ein Gebiet mit zumindest einseitigem Schutz, der von einer Baumgruppe links von uns gegeben wurde. Ganz zurückziehen konnten wir uns nicht, weil dieses MG das einzige war, um die Linie abzudecken, die die Russen von ihrem Ausbruch abhielt. Es hieß also für alle Beteiligten: die Stellung halten, oder draufgehen - es gab keine Alternative. Es war auch jedem bewußt und man sah Männer über ihren Waffen zusammenbrechen, mit schweren Verwundungen, nur um von geradeso wieder zusammegeflickten Kameraden abgelöst zu werden. Es schien gar kein Ende der Feuersalven zu geben, während der Kampf hin und her tobte...

Die Nachschubmöglichkeiten der Russen erschienen unerschöpflich und langsam verließ einen schon der Mut, da man nicht genau wußte, wie lange man diese Situation noch durchhalten konnte. Jeden Moment konnte uns das gleiche Schicksal ereilen wie die Russen, ein Offizier fallen, der bis dato den Leuten Mut machte, ein MG ausfallen...man wagte nicht daran zu denken...
Mir wurde gemeldet, daß sich russische Verletzte wieder in den Wald zurückzögen und ich gab den Befehl zum Verschärfen des Beschusses, um die russische Moral weiter zu belasten. Nach einer Weile hörte das Feuer denn auch auf und wir sahen noch einen kleinen Haufen Versprengter auf die sichere Seite des Geländes rennen, als der Schütze am schweren MG dieses sofort herumriss, alle Feinde in seinem Sichtfeld erbarmungslos niedermähte und erst wieder zur Besinnung kam, als ihm die Munition ausging...

Es bleibt festzuhalten, daß dies eines der härtesten Gefechte war, die ich in meinem bisherigen Kriegseinsatz erlebt habe. Bis zum Schluß war der Ausgang des Kampfes absolut ungewiss und ehrlich gesagt, hielt ich unsere Stellung für verloren. Wie ich nach dem Kampf von Gefangenen erfuhr, waren es 17 russische Squads gewesen, von denen bis auf 3 alle zusammengeschossen worden sind. Einer Gruppe gelang die Flucht, die letzten beiden Einheiten, die noch unverletzt waren, wurden kurz vor Erreichen der sicheren Seite gestellt.
Auf deutscher Seite gab es am Ende nur eine verwundete Truppe, alle anderen standen wie ein Mann an ihren Waffen. Die Russen kämpften taktisch sehr klug und beinahe hätte das Versagen der MMG Stellung zur deutschen Niederlage geführt. Einmal mehr wird deutlich, daß Feigheit vor dem Feinde strengstens geahndet werden muß!"


(c) 2003 by Andreas Ludwig, HFC

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