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Game: | Squad Leader |
| HFC Report # | SQL 03 | |
| Scenario: | taktisches Trainings-Szenario Beta 1 (TTTB1) | |
| Game Type: | FTF | |
| Player #1 (Soviets): | Andreas Ludwig (HFC), AREA ID# AL008 | |
| Player #2 (Germany): | Denny Koch (HFC), AREA ID# DK003 | |
| Reporter: | Denny Koch (HFC) | |
| Game End: | 14. September 2002 | |
| AREA rated: | Yes | |
Frontbericht
zu einer vernichtenden Niederlage
"Das
russische Dorf des Todes"
"In
Erwartung, daß dieser Einsatz mein letzter Einsatz gewesen
sein dürfte, da ich auf ganzer Linie als kommandierender
Offizier versagt habe, erfülle ich meine letzte soldatische
Pflicht und berichte dem OKW vom Verlauf des gescheiterten Einsatz
in den russischen Bergen. Möge er anderen Offizieren als
mahnendes Beispiel dienen!
Ich hatte den Auftrag, mit einem Verband aus 8 Squads und deren
Führungsoffizieren Lt. Perala, Rosenberger und Wenzelsberger,
ein stark befestigtes russisches Bergdorf einzunehmen, in dem
sich zahlreiche russische Einheiten verschanzt hatten und sich
der Befreiung ihres Landes durch das Deutsche Reich widersetzten.
Unser Hauptauftrag bestand darin, vor allem die besonders befestigten
Steingebäude zu säubern und zu besetzen, während
wir die Holzgebäude anschließend verbrennen wollten.
Die geographische Lage vor Ort, die wir zuvor von einem Berggipfel
aus studiert hatten, stellte sich folgendermaßen dar: Das
namenlose russische Dorf lag am Fuße eines 522 Meter hohen
Berges, der am steilen Nord- und Südhang teilweise bewaldet
war, während sein West- und Osthang freie Sicht über
das ganze Tal erlaubten. Das Dorf selbst bestand aus etlichen,
locker verteilten Gehöften und Steingebäuden. Eine große
Ringstraße umfaßte das Dorf, von der aus man sowohl
in das im Westen liegende Gebirge reisen konnte, als auch in südlicher
und nördlicher Richtung die angrenzenden Wälder, Felder
und benachbarten Dörfer erreichen konnte. Von großer
strategischer Bedeutung war insbesondere ein an der Ringstraße
gelegenes Holzgebäude, das zudem von einer stabilen Steinmauer
geschützt wurde und in dem wir besonderen Widerstand erwarten
mußten. Sämtliche an der Ringstraße gelegenen
Häuser waren von russischen Einheiten befestigt, die die
Straße aus der Deckung heraus überwachten und eine
unbemerkte Annäherung an die Siedlung unmöglich machten.
So schied ein Plan aus, der uns gestattet hätte, unbemerkt
an das Dorf heranzuschleichen und die Häuser im anschließenden
Nahkampf zu säubern und zu erobern. Uns blieb nichts anderes
übrig, als unsere eigene Deckung, die wir südlich des
Dorfes in einem Wald bezogen hatten, zu verlassen und einen Durchbruch
durch die russischen Feuerlinien zu versuchen, um die feindlichen
Einheiten mit einem raschen Durchbruch und anschließenden
Nahkämpfen im Innern der Häuser zu überrumpeln.
Ich hatte beschlossen, meinen besten Offizier, Wenzelsberger,
zusammen mit zwei Squads und zwei LMGs auf dem Gipfel des westlich
gelegenen Berges Stellung beziehen zu lassen, um von dort das
Dorf unter Beschuß zu nehmen und somit die Aufmerksamkeit
der russischen Kräfte, die die Straße überwachten,
auf sich zu ziehen. Ich selbst hatte mich, als kommandierender
Offizier, in den südlichsten Teil des Waldes zurückgezogen,
von wo aus ich meinen Soldaten befahl, zwei Flanken zu bilden
und Stellung zu beziehen. Ich ließ Lt. Perala, der sich
mit zwei Squads und einem LMG ganz in meiner Nähe am Waldrand
verschanzt hatte, das besagte besonders befestigte Holzhaus befeuern,
in der Hoffnung, die dort kauernden Russen überraschen und
möglicherweise demoralisieren zu können. Russische Einheiten,
die in Panik ihre Aufgabe vergaßen, die Straße zu
schützen, wären uns sehr gelegen gekommen. Daß
wir die Einheiten von unserer Stellung aus nicht vollständig
eliminieren konnten, war uns im Vorfeld klar - zu hoch war der
Schutz durch Haus und Steinmauer. Leider schien es so zu sein,
daß die Russen von unserem bevorstehenden Vorstoß
informiert gewesen waren. Unser Feuer überraschte sie kaum,
sie waren sofort in Deckung und unerreichbar, so daß unser
Feuer völlig daneben ging und keinerlei Auswirkungen hatte,
außer, daß wir unsere Position und unsere Anwesenheit
preisgegeben hatten. Da unsere Zeitvorgabe sehr eng war, hatten
wir keine Gelegenheit, über unser vergebliches Deckungsfeuer
zu sinnieren - wir mußten vorrücken, bevor sich die
Russen absprechen konnten und sich auf den Südteil der Straße,
den wir zwingend überqueren mußten, zu konzentrieren.
Ich gab einem Squad aus meinem Wald den Befehl, sich vorsichtig
durch ein Weizenfeld vorzupirschen, um sich von dort im Schutz
einer Hecke dem südlichsten, recht großen Steinhaus
zu nähern und dann in einem entschlossenen Spurt über
die Straße zu laufen und in das Haus einzudringen. Die russischen
Einheiten in diesem Haus, die offensichtlich zu besonders gut
ausgebildeten Eliteeinheiten gehörten, eröffneten augenblicklich
das Feuer, als mein Squad ins Freie tat und trafen so gut, daß
alle Männer des Squads augenblicklich tödlich getroffen
waren.
Ich nutzte diesen tragischen Moment, um Wenzelsberger mit seinen
schwer bewaffneten Einheiten das Zeichen zu geben, den Gipfel
des Berges zu erklimmen und in 522 Metern Höhe in Stellung
zu gehen. Wenzelsberger erreichte den Gipfel ohne Schwierigkeiten
und ließ dort seine MG-Stellungen aufbauen. Gleichzeitig
schickte ich ein weiteres Squad aus meinem Wald in nördlicher
Richtung aus der Deckung und befahl ihm, in einem Holzhäuschen
am Fuße des Berges in Stellung zu gehen, um von dort seinerseits
die Ringstraße decken zu können. Dieses Squad wurde
nicht von den russischen Einheiten befeuert, sie schauten tatenlos
zu, wie sich das Squad in Stellung brachte, was mich sehr beunruhigte.
Rosenberger, dessen Moralschwäche mir sehr wohl bekannt war
und von dem ich wußte, daß er an der Front keine Hilfe
für seine Männer sein würde, rief ich zu mir, damit
er mir in meinem Kommandostand assistierte. Als letzten Vorstoß
schickte ich die verbliebenen zwei Squads in ein nahegelegenes
Holzhaus südlich der Ringstraße, das von einer kleinen
Hecke geschützt war, um dort ein MG-Nest zu errichten.
Als alle meine Männer in Position waren und ich überlegte,
wie wir uns nun dem Dorf nähern sollten, geschah es: Russische
Einheiten aus dem Nordteil des Dorfes begannen, auf Wenzelsberger
auf dem Gipfel des Berges zu feuern. Entgegen meinem Befehl, daß
dort oben nur vorsichtig ein MG-Nest errichtet werden sollte,
hatten sich die Einheiten sehr sichtbar bewegt, was alle dort
stationierten Kräfte auf der Stelle mit dem Leben bezahlten.
Meine beiden wertvollen MGs waren damit völlig außerhalb
unserer Reichweite, was natürlich fatal war. Ich muß
an dieser Stelle zugeben, daß ich von der Schußsicherheit
der russischen Einheiten völlig überrascht war. Nicht
ein einziges Mal streiften ihre Schüsse unsere Einheiten
oder gingen gar daneben; stets endete jeder abgefeuerte Schuß
tödlich für einen meiner Männer, die im Sekundentakt
fielen, selbst in Deckung oder in so großer Entfernung wie
auf einem Berggipfel. Lediglich einmal hörten wir aus dem
nördlichen Teil des Dorfes Schüsse, diese schlugen jedoch
in einem russischen Haus ein und erreichten unsere Stellung nicht.
Nachdem das russische Gewehrfeuer verstummt war, gab ich meinen
verbliebenen Männern den Befehl, alles in ihrer Sichtweite
unter Beschuß zu nehmen. Meine Einheiten im Holzhaus am
Südhang des Berges feuerten auf ein Steinhaus, in dem wir
den russischen Anführer vermuteten. Doch unsere Schüsse
hatten keinen Effekt. Mein verbliebenes LMG im Süden feuerte
quer über die Straße in nördlicher Richtung auf
ein weit im Norden liegendes Holzhaus, doch auch dieses wurde
verfehlt. Doch nicht nur, daß meine Einheiten nicht einmal
trafen - mit Entsetzen mußte ich die Meldung entgegennehmen,
daß das LMG eine Fehlfunktion erlitten hatte und nun fieberhaft
an der Reparatur gearbeitet wurde. Ich konnte mich des Eindrucks
nicht erwehren, daß jemand Sabotage an sämtlichen unserer
Waffen verübt hatte!
Ich gab den Befehl, das defekte MG in den Wald zu tragen und dort
mit der Reparatur fortzufahren, da ich aufgrund der Treffsicherheit
der Russen weitere Verluste befürchtete, wenn man diese Arbeit
an der Front durchführte. Perala mit seinem MG-Nest erteilte
ich den strikten Befehl, an der Front zu verharren und standhaft
jedem russischen Feuer zu widerstehen, da ich einen vollständigen
Rückzug aller meiner Leute in die Sicherheit des Waldes nicht
gutheißen konnte - zu groß war das Risiko, daß
sich die russischen Einheiten in strategisch günstige Stellungen
brachten.
Die Reparatur des LMGs gelang unseren Technikern zum Glück
auf der Stelle, so daß es sofort wieder einsatzbereit war.
Zu meinem Schrecken mußte ich feststellen, daß die
Russen in der Zwischenzeit offensichtlich beschlossen hatten,
ihrerseits in die Offensive zu gehen, denn mit einem Mal hörten
wir Schüsse und ich sah Perala im MG-Nest und alle Männer
seines Squads augenblicklich tödlich verwundet zu Boden gehen.
Nun war unser nächstes MG auf verlorenem Posten an der Front
und niemand konnte es bemannen!
Weitere russische Schüsse wurden zum Glück von den Häusern
und Hecken, die wir zwischen uns und die Straße gebracht
hatten, abgeblockt, so daß noch mehr fatale Verluste für
den Moment verhindert wurden. Gleichzeitig sahen wir, daß
russische Einheiten aus den nördlichen Teilen des Dorfes
ihre Stellungen verließen und sich in weiter südlich
gelegenen Häusern ihren dort stationierten Kameraden anschlossen.
Die Feuerkraft, die nun die Straße bewachte, war um ein
Vielfaches höher als zu Beginn unseres Einsatzes. Mit jeder
Minute wurde ein Durchbrechen über freies Feld riskanter,
und doch wußte ich, daß es letztendlich keinen Ausweg
gab. Ich plante, mit einigen guten Schüssen zumindest ein
paar russische Einheiten zu beseitigen und die Situation so zu
entschärfen und setzte meine besten Schützen auf diese
Aufgabe an. Diese schossen gleich auf ein nördlich gelegenes
Holzhaus, verfehlten jedoch wie üblich, so daß mein
Verdacht, daß alle unsere Waffen, die noch nicht ein einziges
Mal getroffen hatten, sabotiert worden waren, bestätigt wurde.
Mein noch immer im Weizenfeld hinter der Hecke stationiertes Squad
feuerte auf ein Steinhaus, verfehlte jedoch ebenfalls, so daß
die Russen keinerlei Verluste erlitten.
Nun erwiderten die Russen unser Feuer und nahmen das Weizenfeld
unter schweren Beschuß. Das Squad wurde gestreift, jedoch
konnte es sich aufgrund seiner hervorragenden hohen deutschen
Moral zusammenreißen und die Stellung halten. Die Russen
feuerten auch auf unser Holzhaus am Fuße des Berges, jedoch
ging dieser Schuß aufgrund der extrem großen Entfernung
zum Glück daneben. Anschließend konnten wir beobachten,
wie die Russen sich weiter vorwärtsschoben.
Ich ließ die Einheit im Weizenfeld erneut auf das nördlich
gelegene Holzhaus feuern, das mittlerweile von einer bedrohlich
starken russischen Einheit besetzt wurde, die offensiv unsere
Stellung bedrohte. Natürlich ging auch dieser Schuß
wieder ins Leere. Die Ablenkung konnte jedoch dazu genutzt werden,
ein Squad, das sich bei mir im Wald aufhielt, zum nunmehr verwaisten
LMG, das sich noch immer bei Peralas Leiche befand, zu schicken.
Gleichzeitig befahl ich den Einheiten im Holzhaus am Fuß
des Berges, sich vorsichtig und in Deckung den Abhang hochzuarbeiten,
um im verlassenen MG-Nest auf dem Gipfel Stellung zu beziehen.
Tatsächlich entging den Russen diese Bewegung völlig,
so daß sich das Squad in Position bringen konnte und seine
zwei LMG anschließend auf die russischen Stellungen abfeuerte.
Überflüssig zu erwähnen, daß auch dieser
Schuß wie immer daneben ging. Das reparierte LMG ließ
ich in der Zwischenzeit nach Osten verlegen, um von dort die Rundstraße
unter Beschuß zu nehmen.
Die Russen setzten ihr Feuer auf die Einheiten im Weizenfeld fort
und wieder war es nur die hohe Moral der Deutschen, die Schlimmeres
verhinderte. Wenn sie auch nicht treffen konnten, so war zumindest
die Moral meiner Jungs ungeschlagen! Dann jedoch geschah es: Die
Russen bildeten eine Feuergruppe aus mehreren Häusern und
nahmen den gesamten Süden unter flächendeckenden Beschuß.
Dabei feuerten sie mit einer so gewaltigen Feuerkraft, daß
ich nur noch hilflos dabei zusehen konnte, wie eines meiner besten
Squads in Panik geriet und alle meine Befehle mißachtete
und nicht mehr unter Kontrolle zu bringen war. Sie ließen
das LMG stehen und suchten ihr Heil in der Flucht, wobei sie zum
Glück auf mich und Rosenberger zurannten, so daß wir
hoffen konnten, sie im Wald zu beruhigen.
Wir feuerten zurück auf das Haus, in dem wir den Anführer
vermuteten, jedoch traf dieser Beschuß, wie sämtliche
Salven zuvor, sein Ziel nicht. Ich befahl dem Squad im Weizenfeld,
das LMG zu bemannen, das vom getroffenen Squad in Panik zurückgelassen
wurde, während ich Rosenberger losschickte, um den verzweifelten
Jungs entgegenzugehen. Die Einheiten auf dem Berggipfel zogen
sich zu meiner Erleichterung in die Deckung eines am Abhang gelegenen
Waldes zurück, um ihren nächsten Angriff auf die russischen
Stellungen vorzubereiten. Das andere LMG-Nest, das sich in meiner
Nähe im Südwald befand, verlegte ich an den strategisch
günstigen Posten in ein nördlich, in Bergrichtung gelegenes
Shellhole, das zudem von einer Hecke verdeckt wurde, um so den
Schutz für eine meiner letzten schweren Waffen zu erhöhen.
Rosenberger, der die in Panik geratenen Einheiten mittlerweile
erreicht hatte, versuchte alles, um sie wieder unter Kontrolle
zu bringen, jedoch verhallten seine Worte ungehört. Keiner
der Männer ließ sich beruhigen. Ich befahl Rosenberger,
so lange bei ihnen zu bleiben und ihnen gut zuzureden, bis die
Männer motiviert und wieder kampfbereit waren.
In diesem Moment feuerte die russische Feuergruppe aus zwei Häusern
erneut auf meine Stellungen, so daß ein weiteres Squad nur
mit Mühe dem Tod entging und in Panik seine Stellung verließ.
Als die Waffen verstummten, hielten wir vorsichtig Ausschau nach
russischen Bewegungen, aber kein Russe verließ seine Position.
Ich hörte, wie einer meiner Einheiten auf dem Berg ins Tal
schoß, jedoch sah ich, daß der Beschuß nicht
treffen konnte, denn ein Haus blockierte die Sicht. Die LMG-Einheit
im Shellhole feuerte auf die verschanzten Einheiten, jedoch war
ihr Schutz durch die Häuserwände so gut und sie ließen
sich auch nicht am Fenster blicken, daß auch dieses deutsche
Feuer keinen Effekt hatte. Nicht ein einziger unserer Schüsse
hatte zu diesem Zeitpunkt getroffen!
Als das Feuer auf beiden Seiten erneut verstummt war, schickte
ich die in Panik geratenen weiteren Einheiten ebenfalls zu Rosenberger,
der im hinteren Teil des Waldes mittlerweile das Feldlazarett
betreute. Aus den Augenwinkeln sah ich weitere russische Bewegungen
und Verlegungen, so daß sich die russische Feuerkraft noch
mehr in Richtung Süden auf unsere Stellungen konzentrierte.
Ein Überqueren der Straße war mittlerweile vollkommen
ausgeschlossen; ich konnte froh sein, auch nur einen Mann lebend
aus diesem Wald herauszubringen!
Zu meiner Überraschung gelang es Rosenberger, eines der verzweifelten
Squads dazu zu bewegen, zurück an die Front zu gehen, während
sich die anderen Einheiten nicht von ihm beruhigen ließen.
Meine Einheit im Shellhole feuerte auf die zusammengezogenen russischen
Einheiten und zu unserer großen Überraschung hörten
wir wenig später ein Rumoren aus dem russischen Haus, das
uns zeigte, daß einige Einheiten in Panik geraten war. Im
gleichen Moment kletterte ein russisches Squad fanatisch schreiend
aus dem Fenster und begann, auf die Männer im Shellhole zuzustürmen,
wobei sie ihre Gewehre mit Bajonettaufsätzen hoch erhoben
hatten. Sie kamen mir fast wie Berserker vor und beunruhigt feuerten
wir auf diese wildgewordenen Russen.
Das Squad, das die beiden LMGs auf dem Berggipfel geborgen hatte,
hatte es mittlerweile bis in das Holzhaus am Fuß des Berges
geschafft, wo es sich nun verschanzte. Leider wurde es dabei von
den russischen Einheiten gesehen und diese bildeten wieder eine
Feuergruppe und schossen so lange auf die arme Einheit, bis diese
verwundet wurde und die Stellung aufgab. Zu meinem Entsetzen sah
ich, daß alle Russen im Dorf hochgradig fanatisiert waren:
Sie begannen nun, auf unser Lazarett zu feuern! Nicht einmal vor
Verwundeten hatten sie Respekt! Wir konnten von Glück sagen,
daß wir das Lazarett tief genug in den Wald verlegt hatten,
so daß das Feuer von Bäumen geblockt wurde! In dem
Moment wußte ich endgültig, daß wir auf verlorenem
Posten standen.
Rosenberger gab sein Bestes, die im Lazarett befindlichen Einheiten
aufzubauen; tatsächlich schaffte er es erneut, eine Einheit
zur Rückkehr in den Kampfeinsatz zu bewegen. Im selben Moment
prasselte wieder das russische Feuer aus zahlreichen Gewehren
auf uns nieder, doch diesmal ließen sich die deutschen Soldaten
davon nicht beeindrucken. Stattdessen eröffneten sie ihr
Feuer auf die immer noch voranstürmenden berserkerhaften
Russen, verfehlten diese jedoch. Daraufhin sprangen die Berserker
zu dem Squad in das Shellhole und begannen wie wild, auf meine
Soldaten einzuschlagen, so daß dort ein Nahkampf entbrannte,
der sich über etliche Minuten hinzog. Es gab nichts, das
ich tun konnte, um meinen im Nahkampf gefangenen Männern
zu helfen, da die massiven russischen Stellungen jegliche Truppenbewegung
außerhalb des Waldes verhinderten. Tatenlos mußte
ich mitansehen, wie die Russen weitere Einheiten aus den nördlichen
Häusern in die ohnehin massiv besetzten südlichen Häuser
verlegten. Gleichzeitig sah ich, daß die Russen auf das
in Panik befindliche Squad, das sich am Bergrand befand und von
uns abgeschnitten war, weiter befeuerten, um die Männer noch
tiefer in die Verzweiflung zu stürzen - diesen Monstern war
nichts heilig!! Anschließend sah ich, daß die Russen
innerhalb der südlichen Häuser ihre Stellung wechselten,
um mein letztes intaktes Squad - das zuvor aus dem Lazarett zurück
an die Front gegangen war - unter Beschuß nehmen zu können.
Als die anderen Soldaten im Lazarett dieses merkten, weigerten
sie sich trotz Rosenbergers Bemühungen, den Kampf wieder
aufzunehmen. Im gleichen Moment prasselte wieder die gewaltige
Feuerkraft aller zusammengenommenen russischen Einheiten auf unsere
Stellungen ein, doch wieder war die deutsche Moral stärker
und es wurde niemand verletzt oder geriet in Panik. Stattdessen
rissen meine Jungs sich noch einmal trotz ihrer ausweglosen Situation
zusammen und feuerten mit letzter Kraft auf eines der Häuser,
in denen sich besonders viele Russen aufhielten, doch auch diese
Schüsse gingen daneben.
Als ich sah, daß Rosenberger keinen Erfolg mehr hatte und
daß die russische Feuergruppe schließlich das letzte
noch kämpfende Squad so unter Beschuß nahm, daß
alle Soldaten schwer verwundet waren, befahl ich schließlich
den Rückzug, da ich unter diesen Umständen keine Möglichkeit
mehr sah, das Dorf zu säubern und die Häuser einzunehmen.
Ich weiß, daß die Order "siegen oder sterben"
lautete, aber mit nur noch einer unverletzten Einheit, etlichen
Verwundeten und verzweifelten Männern und zwei gestorbenen
Offizieren war es mir nicht möglich, den Auftrag zu erfüllen,
so daß ich nun pflichtgemäß meinen letzten Bericht
abschließe und das Urteil des Kriegsgerichts erwarte und
akzeptieren werde."
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