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Game: | Squad Leader |
| HFC Report # | SQL 06 | |
| Scenario: | SL02 - Tractor Works | |
| Game Type: | FTF | |
| Player #1 (Soviets): | Andreas Ludwig (HFC), AREA ID# AL008 | |
| Player #2 (Germany): | Denny Koch (HFC), AREA ID# DK003 | |
| Reporter: | Denny Koch (HFC) | |
| Game End: | 05. Januar 2003 | |
| AREA rated: | Yes | |
Stalingrad, 6.
Oktober 1942
Frontbericht an das deutsche Oberkommando
Turn
1.1
Es
war uns gelungen, bis in das Industriegebiet von Stalingrad vorzudringen,
wo sich die 308. russische Rifle-Division in der Dzerhezinsky
Traktoren-Fabrik verschanzt hatte. Diese Fabrik war eine strategische
Schlüsselposition zur Eroberung der Stadt, so daß wir
vom Oberkommando den Befehl bekommen hatte, sie auf jeden Fall
einzunehmen.
Unter blutigen Schußwechseln und hohen Verlusten war es
uns gegen Morgen gelungen, die Fabrik zu umstellen, in der sich
fanatisierte russische Einheiten mit schweren und mittleren MGs
verschanzt hatten. Über ihre genaue Stärke und Position
war uns nichts bekannt, aber wir waren entschlossen, das riesige
Gebäude einzunehmen, koste es, was es wolle.
Die Zeit drängte, denn unsere Kampfgruppe der 389. Infanterie-Division,
unter dem Oberbefehl von Leutnant Stahler, die sich in den Häusern
westlich der Fabrik eingerichtet hatte, meldete starke Truppenbewegungen
im Westen, wo sich zahlreiche russische Einheiten zur Verstärkung
der eingekesselten Truppen in der Fabrik auf unsere Stellungen
zuzubewegen schienen. Auch wenn wir hervorragend ausgerüstet
waren, unter anderem mit Sprengstoff, Flammenwerfern und Rauchgranaten,
so waren uns die Russen zahlenmäßig stark überlegen.
Wir mußten in die Fabrik eingedrungen sein, bevor ihre Verstärkung
unsere Position erreicht hatte.
Noch hatten die nachrückenden Russen, die laut Berichten
der 295. Infanterie-Division angehörten, unsere Kampfgruppe
Stahler noch nicht entdeckt, da diese sich in 4 Häusern gut
versteckt hielt und zudem dort getarnte MG-Nester eingerichtet
hatte. Aber daß es nur eine Frage der Zeit war, wußten
wir alle.
Kampfgruppe Tienham unter dem Oberkommando von Hauptmann Tienham
hatte sich südlich und östlich der Fabrik eingerichtet
und dort einen schweren MG-Stand aufgebaut, um der Spezialeinheit
unserer mit Flammenwerfern bewaffneten Sprengstoffexperten, die
die Aufgabe hatten, die Fabrik zu stürmen, Deckung zu geben.
Zu seiner Gruppe gehörten auch Feldwebel Stites und Hauptmann
Uhl, die einzelne Squads in den drei besetzten Häusern befehligten
und dort ihre Unterstützung bei der Gruppenmoral und beim
Feuern geben sollten. Kompanie A des Angriffs-Batallions 50, das
aus hochmotivierten und hervorragend ausgebildeten und ausgerüstetn
Spezialisten bestand, hatte sich bereits strategisch günstig
und in Reichweite ihrer Flammenwerfer in einem Haus südlich
und einem Haus östlich der Fabrik in Stellung gebracht, von
wo aus sie nur auf den Befehl warteten, ihre Flamme durch die
zerschossenen Fenster der Fabrik zu halten, um zu überprüfen,
ob sich dort russische Kräfte versteckt hielten. Oberst Greup,
selbst im Umgang mit Sprengstoff sehr erfahren, leitete diese
Kompanie.
Eine Weile schon schwiegen die Waffen auf beiden Seiten, als wartete
jeder auf ein Zeichen der Gegenseite. Dann eröffneten die
im Westen heranrückenden Russen schlagartig das Feuer auf
Leutnant Stahlers Stellung. Offensichtlich hatten sie ihn trotz
seines guten Verstecks entdeckt. Stahler und das bei ihm befindliche
Squad, das das MMG bediente, war so überrascht, daß
er für einen kurzen Moment die Kontrolle verlor und orientierungslos
wurde, während seine Männer dem Beschuß standhielten.
Ein russisches, leichtes MG-Nest im äußersten Nordwesten
der Stadt eröffnete, trotz seiner großen Entfernung,
das Feuer auf im Norden versteckte deutsche Einheiten, was folgenlos
blieb. Auch aus dem Westen erklang russisches MG-Feuer. Trotz
unserer hohen deutschen Moral geriet Feldwebel Pitz, der sich
alleine in einem Raum des nördlichen Gebäudes aufhielt,
angesichts der fallenden Schüsse in Panik, weil er gerade
dabei war, dort ein Feldlazarett einzurichten. Ein Squad im benachbarten
Raum des Gebäudes, das einen MG-Stand errichtet hatte, um
das Lazarett zu schützen, geriet unter heftigen Beschuß
in Form von sehr präzise sitzenden russischen Schüssen,
die wir - einer alten Tradition folgend - "Snake Eyes"
nannten. Doch die Moral des Squads war, im Gegensatz zu der von
Pitz, hervorragend, so daß sie dieses heftige Feuer überstanden
und rechtzeitig in Deckung gehen konnten. Wir hörten die
russischen Flüche, die sicher gewesen waren, mit dieser hervorragenden
Salve ein paar Deutsche umgelegt zu haben.
In der Traktorenfabrik konnten wir ein reges Treiben beobachten.
Die Russen hatten unsere in Stellung gebrachten Flammenwerfer
entdeckt und begannen hektisch, zu ihren Waffen zu laufen, wobei
sie ihre gut getarnten Positionen preis gaben. Sie bemannten ihre
schweren und mittleren MGs und begannen panisch, auf die Stellungen
unserer Spezialeinheit zu feuern, was leider nicht ohne Folgen
blieb: Einer unserer Männer am Flammenwerfer geriet in Panik,
weil er sich sehr nah am Feind befand, und verlor kurzfristig
die Nerven. Der zweite Mann blieb jedoch trotz des Beschusses
durch ein schweres MG standhaft und ließ sich nicht beirren.
Seine Rache sollte furchtbar sein.
Stahler, der immer noch mit seinen Nerven rang, meldete, daß
sich die russische Nachhut im Westen in Bewegung setzte und hastig
zwischen den Häusern in Richtung der Fabrik herumhuschte.
Dabei waren einige so dreist, sich offen über die Hauptstraße
zu bewegen, was mit deutschem Feuer bestraft wurde. Leider waren
die Russen jedoch zu schnell, so daß wir sie nicht erwischten.
Motiviert von diesem Erfolg liefen zwei weitere Squads auf die
Hauptstraße, hier griff jedoch das Squad am MMG-Stand unter
der Leitung von Stahler zu den Waffen und schoß auf alle
im Sichtbereich liegenden Russen, die überrascht zusammenfuhren
und sich auf die Straße warfen, wo sie regungslos und offenbar
schockiert liegen blieben.
Im südlichen Haus gab Hauptmann Uhl den Befehl, mit dem verbliebenen
Flammenwerfer auf die Fabrik zu feuern. Eine gewaltige Flamme
schoß durch die Fabrikfenster und bald schon hörten
wir gellende Schreie und sahen, wie sich ein brennender russischer
Offizier und einige russische Soldaten gegenseitig zu löschen
versuchten. Es war jedoch sinnlos und so konnten wir bereits zu
diesem frühen Zeitpunkt unserer Schlacht einen ersten Erfolg
verbuchen: Der höchste russische Offizier, seiner Uniform
nach zu urteilen mindestens ein Major, ein ganzes Squad und zudem
das einzige schwere MG in russischem Besitz fielen den Flammen
zum Opfer.
Wir versuchten an weiteren Stellen, russische Einheiten zu treffen,
blieben aber erfolglos, genauso wie die Russen, die gleich darauf
zurückschossen und alles verfehlten.
Inzwischen hatten sich die Russen, die panisch auf der Hauptstraße
lagen, kriechend nach Westen hinter die Häuser verzogen.
Unser deutscher, zitternder Feldwebel Pitz verließ das Lazarett,
das ihm offensichtlich keinen sicheren Schutz mehr bot, und versuchte,
sich in einem angrenzenden Raum des Hauses in Sicherheit zu bringen.
Uhl bemühte sich indessen, den angeschlagenen Mann dazu zu
bewegen, seinen Flammenwerfer aufzunehmen und sich seinem erfolgreichen
Kollegen anzuschließen.
Inzwischen waren einige dreiste russische Squads wieder auf die
Straße gelaufen und schauten nun vollkommen offensiv und
hemmungslos durch das zerschossene Fenster, hinter dem sie den
immer noch vollkommen verstörten Pitz erkennen konnten. Sie
schienen es auf ihn abgesehen zu haben, was seine Moral weiter
zerstörte. Auch setzten sich die Bewegungen der russischen
Nachhut aus Westen in Richtung Fabrik fort.
Turn
1.2
Pitz
versuchte verzweifelt und mit aller Kraft, sich zusammenzureißen,
was ihm jedoch angesichts der Fratzen schneidenden Russen am Fenster
nicht gelang. Stahler hingegen erlangte seine bekannten eisernen
Nerven wieder, während Uhl leider nicht in der Lage war,
den Mann am zweiten Flammenwerfer zum Einsatz zu bewegen. Aus
dem russisch besetzten Westen hörten wir motivierende Schreie
der dortigen Offiziere, aber auch dort schien sich der Erfolg
der Motivierungsversuche in Grenzen zu halten.
Angesichts des durchschlagenden Erfolges im ersten Angriff hielten
wir erneut den Flammenwerfer in die Fabrik, wo gleich zwei aufgeregte
russische Squads fortliefen und ihr mittelschweres MG, das sie
am Fenster aufgebaut hatten, im Stich ließen. Bevor wir
weiteren Schaden anrichten konnten, ging uns leider der Brennstoff
aus, weswegen der Flammenwerfer nutzlos wurde und wir ihn nicht
mehr verwenden konnten. Aber er hatte sein Soll mehr als erfüllt.
Wir beschlossen, aus allen Richtungen und allen Stellungen auf
die Russen zu feuern, um ihnen die Aussichtslosigkeit ihrer Situation
in der Fabrik und im Westen der Stadt vor Augen zu führen.
Unter anderem gelang es unserem schweren MG, die beiden Russen
in der Fabrik, die vor dem Flammenwerfer geflohen waren, beim
Verlassen ihres MMG-Standes tödlich zu erwischen. Mit großer
Verlockung stellten wir daraufhin fest, daß das russische
MMG nun verwaist mitten am Fenster der Fabrik stand und daß
wir es in unseren Stellungen sehr gut gebrauchen konnten. Aber
es schien uns ein gewagter Plan zu sein, in die Fabrik einzudringen
und es zu erbeuten, so daß wir ihn vorübergehend aufschoben
- zumal wir noch immer nicht wußten, wieviele Russen dort
noch verschanzt waren.
Das meiste deutsche Feuer blieb ohne Effekt, lediglich Stahler
gelang es, zwei weitere russische Squads zu Boden zu bringen,
während ein drittes seinem Feuer entkam. Auch unser LMG-Nest
in einem langgestreckten Gebäude westlich der Fabrik, dem
sich die Russen bereits gefährlich genähert hatten,
schaffte es, einige von ihnen in Panik zu versetzen, allerdings
rastete eines der russischen Squads aus und begann, wild brüllend,
auf diese Stellung zuzulaufen. Wir hatten bereits von anderen
Einheiten an der Ostfront gehört, daß die Russen gelegentlich
in einen Rauschzustand verfielen, in dem sie berserkerhaft und
unter Aufgabe aller Vorsicht auf ihre Feinde zuliefen und nicht
eher zu stoppen waren, bis man sie erschoß. Nun konnten
wir dies selbst beobachten und es sollte nicht das letzte Berserk-Squad
bleiben, das sich gegen uns richtete!
Wir beschlossen, daß es dringend Zeit war, weitere offensive
Maßnahmen einzuleiten, da wir uns schon von Beginn an sehr
offensiv positioniert hatten. Eine Spezialeinheit des Assault
Bataillons bemannte den verwaisten Flammenwerfer, dessen ursprünglicher
Besitzer nicht mehr zum Kampf zu bewegen war. Das würde Konsequenzen
vor dem Kriegsgericht haben! Oberst Greup hatte sich mit einer
Sprengladung bewaffnet und leistete dem Flammenwerfer Gesellschaft,
um die Schützen durch seine Anwesenheit weiter zu motivieren.
Den Russen schienen diese Aktivitäten nicht zu behagen. Sie
begannen, erneut wild um sich zu schießen. Unter anderem
feuerten die Einheiten im Norden, die es auf Pitz abgesehen hatten,
mit all ihrer Gewalt durch die Fenster und erschossen unseren
tapferen Feldwebel, der keine Chance zur Flucht hatte. Zudem bildeten
sie große Feuergruppen aus mehreren im Westen herannahenden
Einheiten und nahmen Stahlers MMG-Nest ins Visier, wobei ihnen
wieder äußerst gefährliche Schüsse gelangen:
"Snake Eyes!" hörten wir ihre Rufe aus den Häusern.
Dennoch schaffte Stahler es, der gewaltigen Feuerkraft zu entkommen,
da er rechtzeitig in Deckung gegangen war. Das Squad, das sich
bei ihm befand, empfand die Situation als sehr bedrohlich und
verlor die Fassung, als sie sahen, daß alle Männer
des anderen Squads in ihrer Stellung im Kugelhagel starben.
Die Russen gerieten weiter in Fahrt und bildeten nun eine gigantische
Feuergruppe aus drei Häusern, wobei sie die maximale Feuerkraft
erreichten (36), doch offenbar waren ihre Waffen minderwertig,
denn sie schafften das nahezu unmögliche: Ihr Schuß
ging daneben, obwohl die Wahrscheinlichkeit dafür denkbar
gering war.
Die Berserk-Einheit ergriff zwei leichte Maschinengewehre und
feuerte laut brüllend und schreiend auf eine deutsche Stellung
im Westen, was zu leichten Verlusten führte, da unsere Soldaten
ein solches Verhalten noch nie zuvor erlebt hatten und angesichts
dessen sie in Angstzustände verfielen.
Weitere russische Einheiten feuerten auf Oberst Greup, wobei ein
Squad, das ihn begleitete, vor Schreck die Stellung aufgab. Nur
Greup behielt die Nerven.
Alles in allem lieferten sich beide Seiten heftigste Feuergefechte
und erlitten erste Verluste.
Oberst Greup war nun sehr erzürnt und ordnete einen weiteren
Feuerstoß mit dem neu bemannten Flammenwerfer an. Die Flamme
schoß in das Fabrikgebäude und tötete ein russisches
Squad und machte ein weiteres MG unbrauchbar. Die östliche
Seite der Fabrik war von uns damit massiv geklärt worden
und wir konnten langsam unsere ersten Infiltrationsversuche vorbereiten,
bei denen wir einen Sprengsatz legen und das verwaiste MMG mitnehmen
wollten, da sich ohnehin kein Russe mehr an dieses Fenster traute.
Um dieses Ziel zu erreichen, verlegten wir ein paar unserer Einheiten
in bessere Positionen, Uhl und Greup tauschten ihre Plätze
und dann tarnten ein paar deutsche MG-Schützen wieder ihre
Stellungen, um sich auf die russische Nachschubwelle vorzubereiten.
Turn
2.1
Aus
dem Westen hörten wir erneut russisches Geschrei. Einer unserer
Soldaten, der russisch sprach, übersetzte für uns: "Nun
reißt euch verdammt noch mal zusammmen, ihr Idioten!",
woraufhin der Ruf: "Jawoll, Genosse!" uns davon überzeugte,
daß der Motivationsversuch des russischen Offiziers gelungen
war. Stahler bemühte sich seinerseits, seine panische Einheit
am MMG zum Durchhalten zu bewegen, blieb jedoch erfolglos angesichts
des Dauerbeschusses und der toten Kameraden in der Stellung. Auch
Uhl war erfolglos, während es Greup gelang, ein Engineer-Squad
zu motivieren, das gleich den Flammenwerfer an sich nahm.
Die Russen fuhren inzwischen mit ihrem Plan fort, den Westteil
der Stadt unter Kontrolle zu bringen, was mit weiteren Feuerattacken
auf Stahlers Stellung begann. Diese blieben jedoch ohne Ergebnis.
Drei weitere Squads bildeten eine Feuergruppe und schossen auf
das gleiche Ziel, doch Stahler machte seinem Namen wieder alle
Ehre und bewies, daß seine Nerven aus Stahlseilen bestanden.
Er hatte den Auftrag, das russische Feuer im Westen auf sich zu
ziehen und die Nachhut vom allzu schnellen Vorrücken und
Verstärken der Traktorenfabrik abzulenken und das gelang
ihm ganz hervorragend, da die Russen dort enorme Kräfte konzentrierten
und banden.
Leider erging es anderen deutschen Einheiten im Westteil der Stadt
nicht ganz so gut, viele verloren die Nerven und gaben ihre Waffen
auf, so daß die Gefahr größer wurde, daß
die Russen den Ring, den wir um die Fabrik gelegt hatten, dort
durchbrechen würden.
Das Berserk-Squad stürmte schreiend auf die Straße,
Stahler hielt jedoch das Feuer ein, da er weitere Aktivitäten
der Russen befürchtete und deswegen entschied, den Berserk
ziehen zu lassen. Das war eine gute Entscheidung, denn wenig versuchte
ein russischer Offizier, die Straße zu überqueren,
der ein weitaus wichtigeres Ziel war als ein ohnehin unkontrollierbares
Berserk-Squad. Leider verfehlte Stahler jedoch sein Ziel, da sein
Squad keine große Hilfe für ihn war und er das MG alleine
bedienen mußte.
Aus allen Häusern im Westen pirschten sich nun Russen an
und liefen nördlich der Fabrik in das Waldstück, besetzten
leerstehende Häuser und eroberten verlassene deutsche MGs.
Die Situation im Westen geriet mehr und mehr außer Kontrolle
und nur Stahler war die letzte Bastion, um die Russen weiter aufzuhalten.
Es war Zeit, unsere Angriffe auf die Fabrik zu forcieren.
Wir feuerten deswegen mit allen unseren Einheiten in das Fabrikgebäude
hinein, jedoch hatten die Russen sich dort nun vollkommen versteckt,
so daß wir keinerlei Schaden anrichteten.
Der Berserk feuerte aus nächster Nähe durch das Fenster
eines MG-Standes, dem er sich genähert hatte, doch seine
Rage schlug sich auf seine Zielgenauigkeit nieder, so daß
er verfehlte. Daraufhin brach er brüllend in das Haus ein,
wo er das dortige Squad vertrieb und diesem das MG fortnahm. Nun
huschten überall Russen über die Straßen nach
Norden, Osten und bewegten sich in breiter Front auf die Straße,
so daß es für Stahler unmöglich war, sie alle
mit dem MG unter Kontrolle zu halten. Einige Squads waren so weit
gekommen, daß sie sich bereits im hölzernen Verwaltungshäuschen
neben der Fabrik verschanzen konnten, von wo aus sie sowohl die
Belagerungseinheiten im Süden in der Feuerlinie hatten, als
auch jederzeit in die Fabrik eindringen und ihren Kameraden zur
Hilfe eilen konnten. Das Lazarett, in dem bereits Pitz verstorben
war, wurde massiv gestürmt, wobei die dort eingeschlossenen
deutschen Squads am LMG bald in eine aussichtslose Lage gerieten,
da sich in allen Nachbarräumen Russen aufhielten, die durch
die Türen und Fenster in ihren Raum hineinschauten.
Turn
2.2
Stahler
bewies erneut seine Führungsqualitäten und es gelang
ihm, sein letztes lebendes Squad zu motivieren, obwohl dieses
am Rande der Verzweiflung stand. Das nahmen die Russen unwillig
zur Kenntnis. Weniger Erfolg hatte Uhl. Auch aus dem russischen
Westen hörten wir erneut das Gebrüll der Offiziere und
das zaghafte Antworten ihrer neu motivierten Einheiten.
Wir hatten beschlossen, nun endgültig zuzuschlagen, in die
Fabrik einzudringen, dort die Lage zu sondieren und einen Sprengsatz
anzubringen. Um diese Aktion vorzubereiten, warfen wir eine Rauchgranate
auf die Straße, die unsere Stellungen im Osten von der Fabrik
trennte, da einige Russen im nördlichen Teil der Fabrik an
den Fenstern standen und unsere Aktivitäten beobachteten.
Im dichten Rauch gelang es Oberst Greup in Begleitung eines Spezialisten,
am Südende in die Fabrik einzudringen und dort eine Sprengladung
anzubringen. Dieses beunruhigte die Russen und sie gaben weitere
Stellungen in der Fabrik preis, indem sie ihre Nasen zu den unterschiedlichsten
Fenstern herausstreckten. Sie feuerten auf alles, was sich im
und hinter dem Rauch bewegte, was jedoch ohne Folgen blieb. Sicher
erreichten die Infiltratoren wieder das Freie und zogen sich nach
Südwesten in unsere Stellungen zurück. Gleichzeitig
bauten Tienham und ein Squad das schwere deutsche MG ab, weil
es sich nun zu weit ab vom Geschehen befand und schafften es in
das östliche Haus, das sich direkt gegenüber der Fabrik
befand, wo sie es wieder aufbauten. Uhl und ein Squad nutzten
die russische Verwirrung, um aus ihrem Haus zu laufen, unter dem
Schutz des Rauches in die Fabrik einzudringen, das verlassene
MG zu ergreifen und es in eines unserer Gebäude zu schaffen.
Der Flammenwerfer kam in dieser Hektik nicht zu Einsatz, da sich
niemand mehr in seiner Reichweite befand. Wir beschlossen, vorübergehend
den Brennstoff zu sparen, bis wir ihn zur finalen Offensive verwenden
würden, und schickten das Squad in das Sprengstoffdepot in
unserem südlichen Haus, um dort Wache zu halten.
Die Russen gaben indessen nicht auf, Stahler aufs Korn zu nehmen
und bildeten nun die größte Feuergruppe aller Zeiten,
um ihn endgültig zur Ruhe zu bringen. Wieder einmal hatten
sie die unglaubliche Feuerkraft von 36 aufgebracht, aber wieder
war Stahler schneller und konnte dem Angriff ausweichen, so daß
trotz der unglaublich geringen Wahrscheinlichkeit der russische
Angriff vollkommen ergebnislos blieb. Wir hörten russische
Flüche, die unser Dolmetscher uns aus Scham nicht übersetzen
wollte.
Der Berserk feuerte inzwischen auf unser südliches Haus,
in dem sich unser Sprengstoffdepot befand, was jedoch erfolglos
blieb. Seine Rage schlug immer noch auf seine Zielgenauigkeit.
Das Squad im Lazarett, das eingeschlossen war, wurde nun auf einen
Befehl hin von allen Seiten gleichzeitig befeuert, was es zum
Aufgeben brachte. Auch ereigneten sich zahlreiche weitere Schußwechsel
an der Westfront, so daß unsere Stellungen in den verstreuten
Häusern dort mehr und mehr ausgedünnt wurden und die
Russen weiter vorrücken konnten.
Wir mußten handeln und zündeten deswegen den Sprengsatz,
der mit ohrenbetäubendem Krach inmitten der Fabrik detonierte.
Allerdings schien der Raum, in dem wir ihn angebracht hatten,
leer gewesen zu sein, was ein großer Rückschlag für
uns war. Um die Russen abzulenken, eröffneten wir trotz des
Rauches, der natürlich auch unsere eigene Sicht behinderte,
das Feuer auf die einzelnen Russen an den Fenstern der Fabrik,
wobei wir allerdings niemanden erwischten.
Zahlreiche verletzte und in Panik geratene deutsche Einheiten
im Westen der Stadt verließen fluchtartig ihre Stellungen,
doch nur wenige schafften es, die Sicherheit der Häuser im
Süden und Osten der Fabrik zu erreichen, wo sie den Zuspruch
der Offiziere suchten. Die meisten starben auf der Flucht, wo
sie auf offener Straße erschossen oder erschlagen wurden.
Wir gruppierten uns noch einmal um und hatten unter anderem ein
Lazarett im östlichen Haus eingerichtet.
Turn
3.1
Das
Geschrei im Westen zeigte uns, daß die Russen bemüht
waren, ihre Leute zum Weiterkämpfen zu motivieren. Gleiches
versuchten unsere Offiziere, doch leider erlitten wir einen Verlust:
Die verbliebenen Soldaten eines Squads, um das sich Uhl kümmerte,
verbluteten, weil ihre Verletzungen zu stark waren. Auch Tienhams
Versuche waren vergeblich; er konnte niemanden unserer angeschlagenen
Einheiten zum Weiterkämpfen bewegen.
Erneut nahmen die Russen Stahler ins Visier, wobei sie eine ihrer
bekannten großen Feuergruppen bildeten. Sie hatten aus den
letzten zwei Versuchen mit maximaler Feuerkraft nicht gelernt
und schlossen sich erneut zu dieser Gruppe zusammen. Diesmal wurde
Stahler auf eine harte Probe gestellt, aber es schien, daß
den Russen das Zielwasser fehlte. Offenbar war ihnen der Wodka
in Stalingrad ausgegangen. Zwar begannen Stahlers Nerven zu flattern
und er verspürte leichte Anfälle von Panik, genau wie
sein Squad, das erneut die Nerven verlor, trotzdem gab es keine
Verluste und keine Toten.
Wir hörten weitere Schüsse der Russen, aber diese gingen
ins Leere.
Die Russen bewegten sich weiter in Richtung Fabrik, eroberten
unsere verlassenen Häuser im Westen, bemannten unsere MGs,
ohne daß wir etwas tun konnten. Die Berserk-Einheit hatte
nun Stahler ins Visier genommen und rannte schreiend auf ihn zu.
Überall im Westen huschten Russen zwischen den Häusern
herum, einige hatten die Fabrik erreicht und betraten sie durch
den Westeingang. Wir bemühten uns nach Leibeskräften,
die Russen aufzuhalten und feuerten, was unsere Gewehre hergaben.
Doch wieder waren wir erfolglos, auch, weil unser selbstgelegter
Rauch noch immer unsere Sicht behinderte.
Die Russen feuerten ebenfalls, während sie voranstürmten,
und zwar mit zwei MGs, die sie zuvor von uns erbeutet hatten.
Zum Glück blieben unsere Soldaten souverän und ließen
sich nicht beeindrucken.
Da die Berserk-Einheit nun gefährlich nah an Stahlers Stand
herangekommen war, entschloß sich dieser, zusammen mit seinem
letzten angeschlagenen Squad, die Stellung aufzugeben. Dieses
sollte seine letzte Entscheidung sein, denn bei dem Versuch, sich
in Sicherheit zu bringen, wurden sowohl Stahler als auch seine
Männer von der durchgedrehten Berserk-Einheit auf offener
Straße bestialisch ermordet und verstümmelt.
In der Fabrik konnten wir ein reges Treiben entdecken, überall
enttarnten sich weitere Russen und führten uns vor Augen,
daß es dringend an der Zeit war, zu handeln.
Turn
3.2
Tienham
gab alles, um die zwei angeschlagenen deutschen Einheiten, die
sich bei ihm im Ostteil der Stadt in einem unserer beiden Haupthäuser
befanden, zum Weiterkämpfen zu bewegen. Das gelang ihm schließlich
auch und so konnten wir zwei weitere LMGs bemannen und uns am
Nordfenster des Osthauses in Position bringen, um den Wald nördlich
der Fabrik im Auge zu behalten, wo sich russische Einheiten aufhielten.
Das Geschrei im Westen verriet uns, das auch die russischen Offiziere
nicht untätig blieben.
Der Rauch hatte sich langsam verzogen, so daß wir eine neue
Rauchgranate plazierten. Gleichzeitig feuerte unser MMG-Stand
im Süden der Stadt auf einen südlich unserer Stellungen
herumschleichenden russischen Anführer, was für diesen
jedoch folgenlos blieb. Auch unsere anderen vorbereitenden Feuerangriffe
blieben ohne Effekt.
Wir beschlossen, offensiv zu werden und den Russen zu verwirren.
Zu diesem Zweck stürmte ein deutsches Squad mitten auf die
Straße und stellte sich unter ein Fenster der Fabrik, an
dem russische Einheiten standen und die Umgebung beobachteten.
Das stürzte die Russen in tiefe Überlegungen, da sie
diese unvorsichtige Handlung nicht deuten konnten. Wir hatten
eigentlich geplant, die Russen mit diesem Manöver abzulenken
und gleichzeitig im Schutz des Rauchs unseren Flammenwerfer in
Position zu bringen. Leider gelang uns dies nicht, da wir die
Entfernungen falsch eingeschätzt hatten und deswegen der
Flammenwerfer nicht rechtzeitig am Ziel war, um die abgelenkten
Russen aus dem Schutz des Rauches am Fenster zu braten, während
sie vom anderen Squad abgelenkt wurden. Das hatte zur Folge, daß
die Russen das einsame deutsche Squad auf der Straße befeuerten,
dieses konnte sich jedoch retten und in Sicherheit bringen.
Wir hatten im Süden begonnen, den Sprengstoff zu verteilen
und brachten uns mit unseren MGs in Stellung für die nächste
Großoffensive.
Die Russen blieben nicht untätig, sie feuerten aus all ihren
Stellungen im Westen, trafen aber nicht ein einziges Mal, genausowenig
wie die Berserk-Einheit, die auf der Suche nach einem neuen Opfer
war.
Die Russen am Nordfenster gingen uns langsam gehörig auf
die Nerven und so feuerten wir auf sie, was jedoch durch den Rauch
sehr erschwert wurde. Sie waren überaus hartnäckig und
erlitten keinen Schaden trotz hervorragender Schüsse unsererseits.
Gleichzeitig feuerten wir von Süden her auf die Einheiten,
die sich im hölzernen Verwaltungshäuschen verschanzt
hatten, wobei wir zum zweiten Mal dabei zusehen durften, wie ein
russisches Squad ausrastete und zum Berserk wurde.
Erst jetzt kam unser Flammenwerfer am geplanten Ziel an und versteckte
sich im wabernden Rauch in perfekter Schußreichweite auf
das Fabrikfenster. Auch unsere Sprengstoffexperten setzten sich
in strategisch günstige Positionen, um bei nächster
Gelegenheit in die Fabrik einzudringen.
(hier reißt das Protokoll ab...von keinem unserer tapferen
deutschen Soldaten wurde je noch irgendwas gesehen oder gehört)
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