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Game: | Totaler Krieg! |
| HFC Report # | TK02 | |
| Scenario: | Road to the Rhine | |
| Game Type: | FTF | |
| Player #1 (Axis): | Andreas Ludwig (HFC), AREA ID# AL008 | |
| Player #2 (Allies): | Denny Koch (HFC), AREA ID# DK003 | |
| Reporter: | Denny Koch (HFC) | |
| Game End: | Ostern 2003 | |
| AREA rated: | Yes | |
Die
Landung in der Normandie
Bericht des SHAEF über den Verlauf der Operation Overlord
6. Juni 1944
bis 5. Januar 1945
Am
6. Juni 1944, um 2 Uhr morgens, begann die größte amphibische
Landeoperation des Krieges an der Küste der Normandie. Entgegen
der Vorschläge des britischen Premierministers W. Churchill
entschied sich die alliierte Militärführung, den Plänen
des amerikanischen Präsidenten Roosevelt zu folgen und eine
konzentrierte Invasion von Großbritannien aus auf die Nordküste
Frankreichs zu wagen. Weitere Pläne, wie eine Invasion im
Donaubecken, um den Balkan vor sowjetischen Einflüssen zu
schützen oder eine zeitgleiche Landung in den norddeutschen
Häfen Bremen und Hamburg schieden aus, da die Militärführung
der Ansicht war, sämtliche See-, Luft- und Bodeneinheiten
würden in der Normandie gebraucht werden.
Auch deutsche Befestigungen in Kopenhagen und eroberte Gebiete
in Norwegen wurden als Ziele vorerst ausgeschlossen, da es vorrangige
Wichtigkeit hatte, Fuß auf dem europäischen Festland
zu fassen.
Das deutsche Oberkommando in Paris rechnete bereits seit dem Frühjahr
1944 mit einer Invasion an der französischen Nordküste,
so daß unter der Führung von Generalfeldmarschall Rommel
Abschnitte mit starken Befestigungsanlagen errichtet wurden, um
den britischen, amerikanischen und französischen Truppen
einen entsprechenden Empfang zu bereiten. Aufgrund interner Streitigkeiten
innerhalb der deutschen Militärführung wurden diese
Befestigungspläne jedoch nur halbherzig verfolgt und man
hatte ihnen zu wenig Zeit eingeräumt, so daß ein beherztes
Vorgehen der Alliierten im Juni 1944 die deutschen Stellungen
zu einem Zeitpunkt traf, an dem der Aufbau des Atlantikwalls noch
nicht das volle Ausmaß erreicht hatte. Zu sehr waren die
deutschen Kräfte zersplittert und zu unsicher waren die Informationen,
so daß Deutschland mit Invasionen an diversen Orten rechnete,
unter anderem an der französischen Westküste (wobei
sie die Tatsache übersahen, daß eine solche Invasion
nur mittels logistisch aufwendiger Atlantiktransporte bewerkstelligt
werden konnte, der viel weniger Menschen und Material vor Ort
schaffen würde als eine amphibische Invasion durch die enge
Kanalstraße bei Dover und somit vollständig ausschied).
Auch fühlte Deutschland sich in Kopenhagen und Norwegen weitaus
bedrohter, als es in Wirklichkeit der Fall war und so wurden wertvolle
Einheiten zur Befestigung dieser entlegenen Stellungen abkommandiert.
Das alliierte Oberkommando, das das hektische Treiben und fortschreitende
Bauen von Festungsanlagen auf dem Kontinent mit Sorge betrachtete,
da ein Vorgehen vom Meer aus gegen Festungen mit hohen Verlusten
verbunden sein würde, entschloß sich, vorzeitig loszuschlagen
und nicht länger zu warten. So wurde am 6. Juni eine große
Invasion eingeleitet, in der es um alles oder nichts ging. Entsprechend
wurden hohe Verluste einkalkuliert und durch einen schier endlosen
Nachschub britischer und amerikanischer Truppen aus England kompensiert.
Die Landung, die den Deutschen trotz seiner Erwartungen überraschend
traf, da er so früh nicht damit gerechnet hatte, wurde vom
großangelegten Einsatz der Luftstreitkräfte vorbereitet.
Die geschwächte deutsche Luftwaffe konnte mittels Täuschungsmanövern
und Flottenbewegungen in Nordsee und Mittelmeer fortgelockt werden,
so daß die Luftwaffe keine Kräfte mehr übrig hatte,
um die alliierten Bomber und Fighter daran zu hindern, die Strände
der Normandie zu belagern und die anlandenden Bodentruppen zu
unterstützen.
Aufgrund eines internen Mißverständnisses und Kommunikationsstörungen
an der Frontlinie, sowie durch das schlechte Wetter, das Teile
der Flotte vom Kurs abbrachte, landete die Hauptstreitmacht zwar
wie geplant in der Normandie, eine zweite Landungstruppe driftete
jedoch zu weit nach Westen ab und ging vor Cherbourg an Land,
anstatt - wie geplant - neben der Hauptlandetruppe im Strandabschnitt
"Omaha Beach". Durch diese logistische Fehlplanung wurde
die Eroberung der französischen Küste stark verzögert
und die Verluste stiegen deutlich an, auch, da die zweite Landeinheit
starke deutsche Verbände vom eigentlichen Angriffsziel hatte
ablenken sollen, was nun hinfällig wurde.
Durch den Einsatz der tapferen alliierten Airborne-Luftlandetruppen,
unter ihnen besonders lobenswert zu erwähnen die Easy Kompanie,
konnte trotz mangelnder Flankenunterstützung der erste stark
befestigte Strandabschnitt unter schweren Verlusten erobert und
gehalten werden.
Gleichzeitig starteten die amerikanischen Streitkräfte, die
sich von Sizilien aus bis vor die Tore Roms vorgekämpft hatten,
einen Durchbruchversuch im von fanatisierten deutschen Einheiten
abgeriegelten Mittelitalien. Durch die starken Verbände auf
beiden Seiten entstand jedoch eine Pattsituation, die den amerikanischen
Vormarsch zwar stoppte, aber jegliche Kampfhandlungen auf beiden
Seiten zum Erliegen brachte. Die Einnahme Roms war aber unbedingtes
Ziel der alliierten Kräfte im Mittelmeer, so daß schließlich
- mit Unterstützung italienischer Partisanen - die deutschen
Kräfte von ihren Nachschubwegen abgeschnitten wurden und
von den amerikanischen Einheiten aus der Stadt vertrieben werden
konnten. Durch den Verlust ihrer Versorgung kamen die deutschen
Kräfte nördlich von Neapel zum Stillstand. Herbeieilende
deutsche Verstärkungen aus Südfrankreich konnten sie
nicht mehr aus ihrer mißlichen Lage befreien; auch sie gerieten
in einen Kessel aus Partisanen, Amerikanern und Briten, die zur
Unterstützung ihrer amerikanischen Kollegen in Rom mittels
einer amphibischen Landung aus Korsika in Norditalien einen Brückenkopf
errichteten und damit sämtliche deutschen Truppen einkesselten
und von jeglichem Nachschub abschnitten.
An der Normandie gelang es den alliierten Truppen, unter fortdauernden
Verlusten, aber mit stetigem Nachschub einen Frontabschnitt nach
dem anderen zu erobern und einige deutsche Festungen zu zerstören.
Allerdings zeigten sich auch in der Folgezeit, daß es offensichtlich
schwere Kommunikationsstörungen zwischen den Einheiten gab.
Besonders unrühmlich ist in diesem Zusammenhang General Patton
zu nennen, dessen 3. Armee, die eigentlich für ihre Angriffsstärke
berühmt ist und an der Front dringend gebraucht wurde, orientierungslos
erst in Großbritannien und schließlich in Frankreich
herumfuhr. Es war geplant, Pattons Armee zu voller Kampfstärke
aufzubauen und ihr zu diesem Zweck ein weiteres Panzerkorps hinzuzufügen.
Doch Patton schaffte es, durch seine mißverständlichen
Anweisungen dafür zu sorgen, daß sich das Panzerkorps
und die 3. Armee dauerhaft verpaßten und schließlich
mußte das Reservekorps sich zur Front begeben, um dortige
Verluste auszugleichen, während Pattons Armee im Laufe des
Feldzugs nicht einen einzigen Schuß abfeuerte. Der Fall
wird bereits vor dem Kriegsgericht behandelt.
Nachdem den alliierten Streitkräften mit ihrer Luftüberlegenheit
der vollkommene Durchbruch an der französischen Nordküste
gelungen war und ein steter Nachschubweg über Cherbourg bis
zur Front gesichert war, rückten die Kräfte auf Paris
vor, um das Hauptquartier der Wehrmacht zu zerschlagen, das sich
dort verschanzt hatte. In richtiger Einschätzung der Lage
zogen die Deutschen ihre gesamten Einheiten zum Schutz von Paris
zusammen und holten sogar entfernte Einheiten aus Süd- und
Westdeutschland zur Hilfe. Diese Lücke in der deutschen Abwehr
nutzten zwei britische Panzerkorps aus Süditalien aus, indem
sie blitzkriegartig die Alpen überquerten und sowohl München
als auch Wien befreiten. Dieser überraschende Einfall durch
die Hintertür schockierte die deutsche Führung und sie
unternahm einen letzten Befreiungsversuch ihrer im italienischen
Kessel gefangenen Einheiten. Doch der abgeschnittene Nachschub
machte diesem Unterfangen ein baldiges Ende.
Vor dem Ende standen allerdings auch die alliierten Einheiten
vor Paris, die es bis zum Einbruch des Winters nicht schafften,
die schwer befestigte Stadt zu erobern, obwohl sie jede verfügbare
Einheit in den Kampf warfen. Die Deutschen kämpften beharrlich
um jeden Fußbreit der Stadt und als der Winter hereinbrach
und Frankreich im Schnee versank, mußten die alliierten
Einheiten einsehen, daß die Einnahme der Stadt fehlgeschlagen
war. Zwar hatten sie auf dem europäischen Festland Fuß
gefaßt und würden es angesichts der großen Überlegenheit
an Menschen und Material auf Dauer schaffen, die deutschen Einheiten
ausbluten zu lassen, die seit dem Herbst zudem unter Materialverknappung
litten, aber zumindest für diesen Winter wurde der Sturm
auf Paris unterbrochen.
Während sich die alliierten Stellungen in Nordfrankreich
mit Nachschub versorgten und ihre Kräfte für den bevorstehenden
Frühling neu konsolidierten, donnerte in Süddeutschland
trotz Schnee und Eis die fanatisierte 6. SS-Panzerarmee unter
General "Sepp" Dietrich auf München und Wien zu.
Fast ohne Gegenwehr wurden die britischen Befreier geschlagen,
so daß diese beiden Städte zurück unter deutsche
Terrorherrschaft fielen.
In Italien hingegen mußten die deutschen Kräfte einsehen,
daß ohne Nachschub ein Ausharren keinen Sinn mehr machte
und sie ergaben sich den alliierten Truppen.
Und so endete die im Juni begonnene Offensive mit einem unbefriedigenden
Ergebnis. Wir konnten die hohen Erwartungen - Paris bis zum Ende
des Jahres 1944 zu befreien und dort die Rückkehr der französischen
Exilregierung zu feiern - nicht erfüllen. Zwar war es uns
gelungen, auf dem Kontinent Fuß zu fassen, jedoch kamen
unsere Truppen vor Paris zum Stillstand und würden frühestens
im Frühling einen weiteren Vorstoß wagen können.
Rom konnte erfolgreich befreit werden, jedoch war diese Stadt
die einzige, die in der 1944-Offensive von alliierten Kräften
dauerhaft gehalten werden konnte. München und Wien fielen
einem Massaker der SS zum Opfer.
Die Pläne für das kommende Frühjahr sind klar.
Der Strom an Material, Menschen und Gerät auf das europäische
Festland wird nicht mehr versiegen und ein breiter Küstenabschnitt
Frankreichs befindet sich fest in alliierter Hand. Zwar werden
auch die Deutschen Versuche unternehmen, ihre stark geschwächten
und hastig zusammengestellten Armeen weiterhin zwischen sich und
das deutsche Kernland zu stellen, aber es ist nur noch eine Frage
der Zeit, bis ihre Ressourcen vollkommen erschöpft sein werden
und Deutschland zwischen den im Westen stehenden Alliierten und
dem in Rußland bis nach Polen vorgedrungenen Russen zerquetscht
werden wird.
gez. D. Cook
SHAEF
HFC
Homefront Wargame Center, http://www.homefrontcenter.de
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