HFC - After Action Report

UF Box
Game: Up Front
HFC Report # UF 02
 
Scenario: Incident on the Elbe (GENERAL-Scenario 28/4D)
Game Type: FTF
Player #1 (Russian): Andreas Ludwig (HFC), AREA ID# AL008
Player #2 (USA): Denny Koch (HFC), AREA ID# DK003
Reporter: Denny Koch
Game End: 24. Oktober 2004
Gewinner: Rußland
AREA rated: Yes

Hintergrund:

An diesem Wochenende spielten wir ein sehr interessantes - und ungewöhnliches - GENERAL-Scenario: In der Nacht zum 5. Mai 1945 standen amerikanische Kräfte am Ufer der Elbe und beschossen den Feind, der sich im Schutz der Dunkelheit auf der anderen Seite aufhielt. Was sie nicht wußten: sie kämpften gegen Russen, die die Amerikaner ihrerseits ebenfalls für Deutsche hielten...

Scenario:

Ich übernahm in diesem Scenario mal wieder meine Lieblingsnation - die Amerikaner - und Andreas spielte die Russen, die in Up Front zu seinen Favoriten zählen. Es gab diverse Special Scenario Rules: gespielt wurden 3 Decks, aber während der ersten 2 Decks galten Night Rules. Allerdings war der Gebrauch von Starshells nicht erlaubt. Ab Deck 3 dämmerte der Tag und damit mußte jede Seite abwechselnd sogenannte "Recognition Attempts" durchführen, um zu überprüfen, ob man die jeweils andere Seite als Verbündeten erkannte. Gelang ein solcher Versuch, war dadurch das Szenario automatisch sofort beendet; gewonnen hatte der Spieler, der bis dahin die meisten Victory Points erzielt hatte (Casualty VP und Aggressive Action VP, die in diesem besonderen Fall nur für Gruppen zählten, die zum Zeitpunkt des Spielendes in Bewegung waren. Gelang es bis zum Ende des letzten Decks nicht, den Verbündeten zu erkennen, gewann der Spieler, der die meisten Einheiten auf Range Chit 4 mit TEM-gebendem Terrain gebracht hatte).

Die russischen Einheiten waren in diesem Fall Guards, also Elite-Einheiten. Das bedeutete in diesem Fall, daß sie im Gegensatz zu ihrer sonstigen Kartenhand 1 Action machen durften und trotzdem 2 Karten discarden durften. Machten sie 1 Action und einen Entrenchment-Versuch, durften sie immerhin noch 1 Karte discarden. Das diente vermutlich dazu, um die Balance zum Amerikaner herzustellen.

Cower-Karten waren Pillbox, Minefield, Marsh und Sniper, zudem mußten alle Buildings mit einem TEM von -3 im Laufe des Spiels aussortiert werden.

Setup:

Der Amerikaner begann mit dem Set Up. Ich bildete drei Gruppen.
Gruppe A war meine Feuergruppe mit (für amerikanische Verhältnisse) hoher Moral, sie bestand aus einem Mann mit Karabiner (Moral 3), 3 Männern mit Semi-Automatic Rifles (3, 3, 3), meinem Mann mit der beliebten BAR (3) und dem ASL namens Hull.
Gruppe B bestand aus einem AFV, in diesem Fall ein M3 Halftrack ohne Ordnance.
Gruppe C war meine Manövergruppe, in die ich Männer mit kurzen Waffenreichweiten steckte: zwei Männer mit MPs (4, 2) und meinen Squad Leader Sgt. Allen (5).
Den Panzer packte ich deswegen in die Mitte, damit beide Seiten vom Armored Assault-Bonus profitieren konnten.

Meinen 8 amerikanischen Männern stand eine gewaltige russische Übermacht gegenüber: 17 Mann, die zudem noch mittels eines Radios Artillerie anfordern konnten. Zum Glück war die Wahrscheinlichkeit für den Russen, erfolgreichen Radio-Kontakt mit der Batterie herzustellen, nicht so groß, aber dennoch war dieses Radio eine große Bedrohung, denn wenn die Artillerie traf, dann gleich mit einer hohen Zerstörungskraft von 5.

Andreas bildete mit seinen Russen ebenfalls 3 Gruppen.
Gruppe A bestand aus 5x Bolt Action Rifles.
Gruppe B bestand aus 4x Bolt Action Rifles und einem Mann mit einem Anti-Tank-Rifle (ATR).
Gruppe C war eine Feuergruppe mit kurzer Reichweite, bestehend aus 7xMP, dem SL (der das Radio hatte), und dem ASL.

Ich durfte nach dem Setup auf zwei feindliche Gruppen meiner Wahl einen Stream platzieren und legte dieses Terrain auf die Gruppen B und C.

Andreas
AAAAA BBBBB CCCCCCCCC

AAAAA B CCC
Denny

 

Deck 1:

Im Initial Terrain Placement setzte ich meine Gruppe A in ein -2 Haus und Gruppe C in einen Wald. Andreas passte.

Direkt zu Beginn fuhr ich mit dem AFV auf Range 1 voran. Der Russe beschloß, nicht lange die Nachteile des Flusses zu erdulden und bewegte sich seitlich durch das Wasser, was ihm laut SSR in diesem Fall etwas vereinfacht wurde - er brauchte dazu keine Ford-Karte. Gleichzeitig grub sich seine Gruppe A ein, um mehr Schutz zu haben.
Ich bewegte auch meine Gruppe C auf Range 1, damit sie gleichauf mit dem Panzer war, so lange die Russen mit den Flüssen beschäftigt waren und zudem die Nachtregeln galten, nach denen nicht einfach beliebig auf eine feindliche Gruppe gefeuert werden durfte. Stattdessen mußte jeder, der einen Schuß abgeben wollte, zuvor einen Observation Attempt (OA) machen, ob er überhaupt einen Feind erkennen konnte.
Auch der Russe blieb in Bewegung und sprang mit allen Männern der Gruppen B und C auf offenes Gelände, wodurch er den Stream hinter sich ließ.
Meine Gruppe C, die dem Halftrack gefolgt war, suchte Deckung in einem Wald und verschanzte sich dort. Die russische Gruppe B, die gerade den Fluß verlassen hatte, sprintete voran auf Range Chit 1. Diese Bewegung wollte ich nun doch nicht durchgehen lassen und so versuchte ich mit meiner Feuergruppe A einen Observation Attempt auf die sich bewegenden Männer der Gruppe B, der zu meiner Freude gelang. Leider war das Feuer durch die Nachtregeln nur halb so genau wie bei Tag, so daß ich keinen Schaden anrichtete und der Russe seine Bewegung unversehrt beenden konnte und hastig stehen blieb.

Ich fuhr mit meinem M3 in Brush und brachte mich dort in Stellung. Der Russe wagte mit seiner nun stehenden Gruppe B einen OA auf mein Fahrzeug, der jedoch nicht gelang, weil wir den Motor ausgeschaltet hatten und uns ruhig verhielten. Seine Gruppe C marschierte gleichzeitig ebenfalls voran auf Range Chit 1.
Momentan gingen mir etwas die Möglichkeiten aus, also entschied ich mich, nur zu discarden, da ich zur Zeit nur sehr hohe Feuerkarten auf der Hand hatte, die mir nichts nützten - ich besaß keine Ordnance, mit der ich einen To Hit Attempt hätte machen können.
Die russische Gruppe C, die auch das Radio besaß, sprang in einen Gully, wo sie - da wir uns maximal in Relative Range 2 befanden - außerhalb der LOS war und nicht mehr beschossen werden konnte - aber auch selbst nicht auf mich feuern konnte. Gleichzeitig versuchte die russische Gruppe B, sich im offenen Gelände einzugraben, um mehr Schutz zu haben, das gelang ihr jedoch nicht. Zur Strafe discardete Andreas einen Wire auf meinen Halftrack, der einen Bog Check machen mußte - den er zum Glück jedoch bestand und dadurch den Stacheldraht platt walzte. Ich discardete weiter, in der Hoffnung, eine brauchbare Feuerkarte zu bekommen. Stattdessen füllte sich meine Hand mit Concealment und Movement-Karten.

Die russische Gruppe B machte einen erneuten OA auf mein AFV, doch konnte schon wieder nichts erkennen. Vitamin A-Mangel war hier eindeutig erkennbar. Gleichzeitig rannte die russische Gruppe A, die sich noch nicht bewegt hatte, los auf Range Chit 1.
Ich konnte ohnehin nicht feuern und fand die Gelegenheit günstig, daß eine Gruppe sich bewegte und die andere sich im Gully versteckte, so daß auch ich mit meiner Feuergruppe A mein Gebäude verließ und losrannte. Gleichzeitig versuchte meine Gruppe C, die noch immer im Wald saß, sich dort einzugraben, was jedoch nicht gelang.
Die russische Gruppe A warf sich in Open Ground auf den Boden, während sich Gruppe B erneut an einem OA gegen mein AFV versuchte. Dieses Mal konnte ich mich nicht mehr tarnen und wurde entdeckt. Allerdings war es so dunkel, daß der folgende Schuß mit der ATR meilenweit danebenging. Die Chancen, mit dieser Ordance bei Dunkelheit und so großer Entfernung zu treffen, waren so gering, daß ich nicht sonderlich beunruhigt war, auch wenn mein M3 fast keine Panzerung besaß und die Crew zudem sehr exponiert am MG stand.

Ich mußte meine Hand entsorgen und konnte deshalb - als Amerikaner - in diesem Turn keine Aktion machen. So legte ich ein unbrauchbares Building -3 fort und zudem einen Smoke auf eine gegnerische Gruppe, der wegen der Nachtregeln allerdings keinen Effekt hatte, was ich im Eifer des Gefechts übersehen hatte. Zu meiner Enttäuschung zog ich weiterhin Concealment- und extrem hohe Feuerkarten.
Auch beim Russen kehrte Ruhe ein und er erging sich darin, seine Hand zu recyclen. Ich bewegte meine Gruppe A, die sich immer noch in Bewegung befand, auf Open Ground auf Range 1. Gruppe C versuchte erneut, im Wald einen günstigen Platz zum Eingraben zu finden, aber hatte keinen Erfolg. Stattdessen zog ich schon wieder Concealment-Karten und hatte nun 4xConcealment und 2xRally auf der Hand, was zwar ein tolles defensives Blatt war, mir momentan aber überhaupt nichts nützte.
Der Russe versuchte, seine in Open Ground stehenden Gruppen zu entrenchen, jedoch gelang ihm das ebensowenig wie mir. Offenbar war das Terrain am anderen Ufer der Elbe auch nicht viel besser als auf meiner Seite.
Ich entsorgte 2 der Concealment-Karten und zog stattdessen eine Movement und eine Cower-Karte, was mich nur bedingt zu Begeisterungsstürmen verleitete.
Der Russe war indes nicht faul und fand mit seiner Gruppe B endlich ein gutes Plätzchen, um sich einzugraben.

Ich beschloß, nicht länger untätig zu bleiben und spielte meine gerade gezogene Movement-Karte auf meinen AFV, der sich dadurch auf Range Chit 2 vorwärtsbewegte. Meine Gruppen A und C versuchten inzwischen weiterhin, sich zu entrenchen, aber hatten nach wie vor keinen Erfolg.
Der Russe, der wohl die Motorengeräusche meines Panzers gehört hatte, machte einen OA mit seiner Gruppe B und konnte den M3 tatsächlich erkennen. Doch wiederum hatte der Schuß mit seiner ATR keinen Erfolg. Dafür gelang es ihm nun auch, sich mit seiner Gruppe A einzugraben.
Mein sich bewegender AFV hatte in der Dunkelheit einen Wald nicht gesehen, der schlagartig vor meinem Fahrzeug auftauchte (nach einem netten russischen Discard) und mich zu einem Bog Check verdammte. Diesen bestand ich nicht und nun hing ich im Wald fest.

Zum Glück gelang es mir relativ schnell, mich mit dem AFV aus meiner mißlichen Lage zu befreien und zudem fand zumindest meine Gruppe A endlich einen günstigen Ort, sich auf ihrem offenen Feld zu vergraben, während meine Gruppe C noch immer vergeblich ihren Wald absuchte.
Der Russe machte gar nichts, sondern entsorgte nur die Karten seiner Hand. Auch bei mir war momentan wieder Schluß und ich tauschte 2 Karten aus.
Der Russe machte zwei Observation Attempts auf meine Gruppen A und B, aber beide blieben zum Glück erfolglos.
Ich versuchte inzwischen, mit meinem AFV den Wald zu verlassen und spielte zu diesem Zweck eine seitliche Movement-Karte, die zugleich eine Flank-Karte war, mit der ich die russische Gruppe A flankte. Fehlten eigentlich nur noch ein paar gute Feuerkarten, die jedoch nach wie vor ausblieben.

Der Russe gab nicht auf, den Horizont nach meinem Panzer abzusuchen - dieses Mal erwischte er ihn auch und erschrocken warf sich meine Crew zu Boden, wodurch das Open Topped-AFV gepinnt wurde. Das bedeutete, daß ich 3 Rally-Karten brauchte, um die Crew wieder zum Weiterfahren zu motivieren.
Ich konnte gar nichts tun und discardete deshalb 2 Karten. Da auch der Russe vorübergehend schwieg, grub ich mich weiter ein, was diesmal auch gelang.
Dann kam plötzlich Bewegung in die russische Front - die Gruppe C im Gully bewegte sich unauffällig vorwärts auf Range 2! Ich konnte leider nicht auf sie schießen, weil ich weder Feuerkarten noch LOS hatte. Zum Glück schwieg die Artillerie bisher. Gleichzeitig gab die russische Gruppe B ihr Feuerschutz, jedoch konnte sie ihr anvisiertes Ziel - meine Gruppe A - nicht erkennen.

Durch meine günstige Hand konnte ich mein AFV schnell mit einer Rally-4-Karte zurück auf Kurs bringen. Diese Aktion erweckte aber wohl die Aufmerksamkeit des Russen, denn ihm gelang ein OA auf genau dieses Fahrzeug mit seiner Gruppe B, zum Glück zeigte das Feuer jedoch keine Wirkung auf die Besatzung. Gleichzeitig kletterte seine Gruppe C nun endgültig aus dem Gully und ging in Range 2 in einem Brush in Deckung. Die russische Gruppe B gab ihnen dabei Feuerschutz, indem sie meine Gruppe A sichtete und beschoß und dadurch einen Private First Class pinnte.
Nun mangelte es mir nicht gerade an Rally-Karten und ich brachte diesen Private sofort wieder auf Vordermann. Gleichzeitig visierte mein Panzer die russische Gruppe C an und eröffnete das Feuer, jedoch ohne Schaden anzurichten.

Dem Russen war offenbar nicht wohl in seiner Stellung, deshalb lief nun auch die russische Gruppe A voran auf Range 2, so daß ich meine Flanking-Position auf diese Gruppe verlor. Stattdessen discardete Andreas noch zu allem Überfluß einen Wire auf mein AFV, jedoch bestand ich dieses Mal den Bog Check und entfernte den unnützen Stacheldraht sofort. Mein Pulver war damit auch schon verschossen, so daß ich mich eine Weile im Discarden von Cower-Karten erging, während der Russe unangenehmerweise mit Gruppe A eine sichere Position auf einem Hügel auf Range Chit 2 bezog.
Ich bewegte mein Fahrzeug aus dem Wald heraus und fuhr damit auf Range 3. Ansonsten mangelte es mir an weiteren Movement-Karten und erst recht an Feuer, da sich meine Hand ausschließlich durch Buildings, Concealment und Cower-Karten auszeichnete.

Die russische Gruppe auf dem Hügel hielt nach meinem Fahrzeug Auschau und entdeckte es, da wir uns nun sehr nah aneinander befanden. Meine Crew wurde mit der geballten Feuerkraft von 8 befeuert, was den Tod des Panzer-Kommandeurs zur Folge hatte und den Rest der Crew pinnte. Zudem versuchte auch die Gruppe B, auf den Panzer anzulegen, doch die ATR verfehlte zum Glück das Ziel, weil ich mich mit dem Fahrzeug noch immer in Bewegung befand. Mir mangelte es an weiteren Möglichkeiten, deshalb discardete ich weiter und zog zwei neue Cower-Karten.
Der Russe fuhr fort, Ausschau nach meinen Einheiten zu halten und entdeckte nun meine Gruppe A mit seiner Gruppe B. Beim Schuß darauf versagte zum Glück eines der Bolt Action Rifles und der Rest des Feuers hatte gar keinen Effekt. Die russische Gruppe A, die ebenfalls auf die bereits beschossenen schießen wollte, sah nichts, da wir uns rechtzeitig mit Concealment tarnen konnten - an diesen Karten mangelte es mir momentan nicht. Die russische Gruppe C versuchte, sich im Brush einzugraben, was jedoch nicht gelang.

Ich hielt erst einmal mit meinem AFV in Open Ground an, damit die Crew sich wieder beruhigen konnte. Gleichzeitig suchte ich mit meiner Gruppe A den Horizont ab und entdeckte die russische Gruppe A in der Dunkelheit. Beim folgenden Feuer schaffte ich es, 2 Männer zu pinnen. Damit endete das 1. Deck.

Deck 2:

Der Russe benutzte eine Rally-Karte, um die gepinnten Männer auf Vordermann zu bringen, während der Mann in Gruppe B sich an seinem Gewehr zu schaffen machte. Die Reparatur scheiterte jedoch.
Ich begann, Rally 2 auf meinem gepinnten AFV anzusparen. Gleichzeitig suchte meine Gruppe A vergeblich den Horizont ab, während Gruppe C die russische Gruppe C erspähte und dort erneut einen Mann pinnen konnte. Allerdings richtete der Russe diesen Mann sofort wieder auf und schoß mit der ATR zurück auf meinen AFV - wie üblich zeigte dieser Schuß jedoch keinen Erffekt. Ich mußte nun dringend Cower-Karten loswerden und entsorgte 2, nur um eine neue Cower-Karte zu ziehen. Immerhin befand sich auch ein Hero unter den neuen Karten, den ich sicher noch gut gebrauchen konnte.

Die russische Gruppe C stürmte in einem Moment der Stille weiter vor auf Range 4, womit sie sich nun in Relative Range 5 zu meiner Gruppe C befand. Gruppe B blieb währenddessen stehen und A hielt vergeblich nach Feinden Ausschau.
Ich feuerte auf die nah herangekommene Gruppe C, die sich noch in Bewegung befand und verdoppelte gleichzeitig die Feuerkraft einer meiner Waffen durch den Hero, so daß ich in der Lage war, eine sehr hohe Feuerkarte auszuspielen. Das Resultat war, daß ich den Russen mit einer FP von 5 beschoß, was ein KIA-Result und 4 Pins zur Folge hatte - darunter der SL, was bedeutete, daß der Russe nun erst einmal unter Reduced Hand Capacity litt und nur noch 3 Karten auf der Hand halten durfte.

Der Russe sprang mit der schwer angeschlagenen Gruppe C erneut in einen Gully, diesmal jedoch konnte ich sie darin sehen, weil wir uns bereits auf RR5 befanden. Ich schoß auch sofort auf diese Einheiten und konnte einen Soldaten dazu verleiten, in Panik zu geraten und das Spiel zu verlassen. Zu meiner großen Freude zog ich nun ausgesprochen brauchbare Feuerkarten.
Der Russe entschloß sich, wohl näher ins Geschehen einzugreifen und bewegte sich vom Hügel herab auf Range Chit 3, während die anderen Gruppen nach Feinden Ausschau hielten, aber nichts sahen.

Ich feuerte erneut auf Gruppe C im Gully, wobei leider eine meiner MPs, die unangenehmerweise 5 FP-Faktoren hinzugab, eine Fehlfunktion erlitt. Mit Gruppe A feuerte ich auf die sich vom Hügel herabbewegende russische Gruppe A und auch hier ging mir eine Waffe - dieses Mal ein Karabiner - kaputt. Hastig nutzte der Russe diese Chance, um mit A auf den nächsten Hügel zu springen, während seine Gruppe C zurückschoß, aber niemanden verletzte. Ich hatte momentan nur noch hohe Feuerkarten, Concealment und Terrain auf der Hand, was mir jedoch nichts nützte, da ich niemanden dank der Dunkelheit sehen konnte und mir auch die Feuerkraft der defekten Waffen fehlte. Stattdessen versuchte ich mich daran, diese Waffen zu reparieren, was mir nur beim Karabiner gelang. Da ich keine Karten verbraucht hatte, konnte ich auch keine neuen ziehen und mußte mehrere OA des Russen über mich ergehen lassen. Dann konnte ich endlich 2 Karten entsorgen und hatte nun 5 Feuerkarten und 1 Building auf der Hand - fehlte nur noch die Gelegenheit, diese Kraft einzusetzen.

Der Russe nutzte die Stille, um seine Gruppe C im Gully mittels Rally auf Vordermann zu bringen. Bislang hatte er noch keinen einzigen Radio Attempt machen können, da er nun die einzige Radio-Karte, die er auf der Hand hatte, dazu benutzen mußte, seinen Squad Leader zu ent-pinnen. Dadurch bekam er zumindest eine volle Hand Capacity von 4 zurück. Zumindest scheiterte auch bei ihm der Reparaturversuch des defekten Bolt Action Rifles.
Eine Weile ergingen wir uns beide in gescheiterten Observation Attempts, bis es mir gelang, zwei weitere Männer im Gully zu pinnen. Der Russe reparierte eifrig weiter sein Gewehr, was wohl komplizierter zu sein schien, während sich seine Gruppe A auf dem Hügel eingrub. Zuguterletzt discardete er noch einen Wire auf meine Gruppe A, die dadurch etwas sichtbehindert wurde, aber leichter getroffen werden konnte.
Ich discardete weiter. Der Russe hielt vergeblich nach mir Ausschau und verließ plötzlich mit Gruppe A auf dem Hügel diese sichere Stellung, um auf Range Chit 4 zu laufen. Ich fuhr fort, Buildings +3 zu entsorgen, die mir in diesem Szenario nichts nützten. Der Russe regte sich nicht, und ich nutzte diese Zeit, um auf seine sich bewegende Gruppe A zu feuern. Da wir uns nun auch schon auf RR5 befanden, bekam ich 18 FP zusammen und konnte damit eine hohe Karte ausspielen und 3 Männer pinnen. Gleichzeitig konnte ich die noch fehlende Rally-Karte für mein Auto ausspielen und es damit wieder auf die richtige Seite drehen.
Dem Russen gelang endlich der Reparatur-Versuch seiner Waffe in Gruppe B, als plötzlich die Sonne aufging....

 

Deck 3:

Ich stellte fest, daß es momentan nicht gut für mich stand, wenn ich einen gelungenen Recognition Attempt machte und den Russen als Freund erkannte - zwar hatte ich 2 Männer durch KIA / Panik vernichtet, aber dafür befand sich eine russische Gruppe moving auf Range Chit 3, was in diesem Szenario laut SSR eine besondere VC war und Aggressive Action Victory Points bescherte. Ich mußte also auch noch dringend meine Gruppen in Bewegung setzen, um Punkte dafür zu bekommen. Deswegen entschied ich mich mit meinem verpflichtenden Recognition Attempt für die am weitesten entfernte Gruppe B, die ich jedoch leider als Verbündeten erkannte und dadurch ein sofortiges Spielende herbeiführte.

Andreas gewann damit dieses Spiel, da er 2 ungepinnte Männer auf Range 3 hatte, die damit 6 VPs brachten. Zudem hatte er mir ein Commander Killed eingebrockt, so daß seine Gesamtpunktzahl 8 war. Ich hingegen bekam 4 VP für die beiden KIA-Opfer.

Fazit:

Das Ende war für mich etwas überraschend gekommen; ich hätte kurz vor Deck-Ende alle Gruppen ungeachtet der Risiken in Bewegung setzen sollen, da die Wahrscheinlichkeit, einen erfolgreichen Recognition Attempt zu machen, bei unserer geringen Entfernung sehr hoch war. Irgendwie hatte ich diese Bedrohung jedoch nicht realisiert und war davon ausgegangen, noch ein Deck Zeit zu haben - zumal ich bis dahin führte, denn Andreas hatte nicht eine einzige meiner Einheiten vernichtet.
Interessant war auch die Tatsache, daß Andreas nicht ein einziges Mal die Artillerie hatte einsetzen können.

Ansonsten hatte uns dieses ungewöhnliche Szenario mit dieser interessanten Konstellation Amerikaner gegen Russen viel Spaß gemacht und durch die Nachtregeln kam eine besondere taktische Note hinzu, die bei den Feuerkämpfen bei Tag fehlt. Das Szenario war bis zum Ende spannend und der Ausgang ungewiß, so daß es auch nicht das letzte Mal gewesen sein wird, daß wir den "Zwischenfall an der Elbe" gespielt haben...


(c) 2004 by Denny Koch, HFC

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